Düren - Post-Hotel: Ein Dürener Haus im Spiegel der Zeit

Post-Hotel: Ein Dürener Haus im Spiegel der Zeit

Von: ch
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Das Post-Hotel an der Josef Schregel-Straße feierte am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. Foto: Ingo Latotzki
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Birgit Schnitzler, Chefin im Post-Hotel. Foto: Christoph Hahn

Düren. Zwei Besitzer hatte das Post-Hotel schon gehabt, seit dem es – von 1982 an – nicht mehr „Kolpinghaus“ hieß. Birgit Schnitzler aber hat das nicht beirrt. Am 16. Oktober ergriff die Fachfrau ihre Chance und übernahm das führende Haus der Kreisstadt. Dort hat sie nun seit einem stolzen Vierteljahrhundert das Sagen.

Mit vielen Freunden und Bekannten hat das die Chefin von 25 Mitarbeitern am Samstag ganz groß gefeiert. Dabei war auch Kunst im Spiel – genauer: die Bilder von Elmar Valter. Ansichten von Figuren oder Gruppen, mit der Fotokamera festgehalten, bei denen der Betrachter nicht so richtig sieht, ob es Menschen aus Fleisch und Blut sind oder Figürchen, wie sie Modellbahner auf ihren Anlagen aufstellen.

Ex-Ministerin kauft Foto

Eines von Valters Werken gehört jetzt übrigens einem prominenten Gast des Haus an der Josef-Schregel-Straße unweit des Bahnhofes: Herta Däubler-Gmelin, ehemalige Bundesministerin der Justiz und lange Jahre eine der profiliertesten SPD-Bundestagsabgeordneten, kaufte spontan eine der kleinen Fotografien.

Die Prominenten – die haben immer wieder gerne im Post-Hotel Station gemacht. Otto von Habsburg etwa, der CSU-Europapolitiker und Spross des letzten österreichischen Kaisers: Ihn hat die Eigentümerin bis heute nicht vergessen. „Der war sehr freundlich und charmant“, erinnert sich Birgit Schnitzler noch nach Jahren.

Mögen auch die Großen und Mächtigen, die nach Düren kommen, dem Hotel die Treue bewahrt haben: Vieles hat sich in den zurückliegenden 25 Jahren für Birgit Schnitzler, die privat in Merode lebt, und ihre Mannschaft geändert: „Es wird alles viel kurzfristiger“, kommentiert die Besitzerin das Buchungsverhalten ihrer Gäste. Früher – ja da habe es „sechs, sieben Großkunden aus der Wirtschaft“ gegeben, die einen Großteil der Zimmer en bloc gebucht haben. Aber diese Zeiten sind vorbei – und die Eigentümerin, die ihren Arbeitsplatz direkt hinter dem Empfangstresen hat, ist gar nicht mal so traurig darüber, dass diese Großkunden nun passè sind: „Wenn dir da einer wegbricht, tut das doppelt weh.“ Also füllen neben Geschäftsreisenden nicht zuletzt viele Radtouristen die 57 Zimmer mit 90 Betten, vor allem im Sommer.

Hotel im Park?

Schwierig machen das Geschäft vor allem die großen Hotel-Portale im Internet: „Da werden bis zu 15 Prozent Provision verlangt.“ Auch die immer wieder diskutierten Pläne, wonach auf dem Gelände der einstigen Stadthalle an der Bismarckstraße ein zweites, größeres Hotel errichtet werden soll, mache es nicht gerade leichter: „Das ist schon ein Hemmnis in meiner Planung“, ordnet Birgit Schnitzler solche bloß angedachte Projekte in ihrer unternehmerische Strategie ein. Und trocken schließt sie an: „Wenn ein Hotel im Park kommt, sieht es für ein Hotel an der Josef-Schregel-Straße schlecht aus.“

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