Düren - Polizei nimmt 41-Jährigen nach Brandserie in Düren fest

Polizei nimmt 41-Jährigen nach Brandserie in Düren fest

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
16996904.jpg
Das Gartenhaus von Willi Hünerbein an der Scharnhorststraße und ein Transit von Autohändler Fatih Asa brannten komplett aus. Foto: Jörg Abels
Brandserie
Auf dem Gelände eines Gebrauchtwagenhändlers an der Ecke Arnoldsweilerstraße/Schoellerstraße brannte ein Klein-Lastwagen und ein Auto. Foto: Ralf Roeger
Brandserie
In der Nähe der Scharnhorststraße standen vier Gartenhäuser in Flammen. Foto: Ralf Roeger
Brandserie
Insgesamt brannten sieben Fahrzeuge. Foto: Ralf Roeger

Düren. Willi Hünerbein steht fassungslos in seinem Garten an der Scharnhorststraße, oder besser gesagt in dem, was einmal sein Garten war. Von der Wohlfühloase sind nur noch verkohlte Überreste übriggeblieben. Gartenhaus, Brennholz für den kommenden Winter, Rasenmäher, Werkzeug, die Winterreifen seines Wagens – alles ist am frühen Dienstagmorgen ein Opfer der Flammen geworden.

Auch ein liebevoll gebasteltes Vogelhaus, das der 66-Jährige erst am Montag aufgestellt hat, ist seitlich angekokelt. „Ob das jetzt noch von Vögeln genutzt wird, weiß ich nicht.“ Aber das ist an diesem Morgen seine kleinste Sorge. Die Ereignisse der vergangenen Stunden haben sichtlich Spuren hinterlassen. Der Schock sitzt tief.

Von der Feuerwehr geweckt

Kurz nach 6 Uhr wurden der 66-Jährige und seine Frau von der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen. Da stand das Gartenhaus bereits lichterloh in Flammen. „Wir haben nur unseren Hund geschnappt und uns auf die Straße gerettet.“ Hünerbein mag gar nicht daran denken, was hätte passieren können, wenn die Flammen bei ein wenig Wind auf seinen Wintergarten und dann auf das Haus übergegriffen hätten. Zum Glück war es fast windstill.

Das Ehepaar an der Scharnhorststraße gehört zu den Opfern einer Brandserie, die Polizei und Feuerwehr am frühen Dienstag in Atem gehalten hat. Zwischen 2.15 und 6.15 Uhr brannten sieben Fahrzeuge und vier Gartenlauben, bevor die Polizei gegen 6.20 Uhr in der Nähe des letzten Brandortes an der Scharnhorststraße einen 41-Jährigen ohne festen Wohnsitz vorläufig festnehmen konnte, der sich in einem Gebüsch verstecken wollte und neben einem Feuerzeug auch Kerzen bei sich trug.

In einer ersten Vernehmung bestritt der Tatverdächtige allerdings, für die Feuer verantwortlich zu sein. Noch am Morgen haben Brandermittler der Polizei ihre Arbeit aufgenommen, in der Hoffnung, verwertbare Spuren, die zum Täter führen, zu finden. Zudem hofft die Polizei auf Hinweise (Telefon 02421/949-6425).

Der erste Brand der Nacht wurde um 2.15 Uhr vom Güterbahnhof an der Lagerstraße gemeldet. Dort standen zwei Paletten in Flammen. Gut eine Stunde später brannte ein Container an der Papiermühle in Gürzenich. Ob diese Fälle aber zu der Brandserie gehören, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Fälle passen zusammen

Räumlich und zeitlich passen eher die übrigen Fälle zusammen: Los ging es um kurz vor 4.30 Uhr mit zwei brennenden Pkw an der Merzenicher Straße, bevor um 5 und 5.10 Uhr zwei brennende Wagen an der gut einen Kilometer entfernt liegenden Arnoldsweiler Straße und „An den Stadtwerken“ gemeldet wurden. Gegen 6 Uhr brannte im hinteren Bereich des Geländes von Autohändler Fatih Asa an der Ecke Arnoldsweiler Straße/Schoellerstraße ein alter, einst als Feuerwehrfahrzeug genutzter Ford Transit komplett aus. „Mein Lieblingsfahrzeug“, erklärt der Händler, das trotz seines Alters „sicherlich noch einige Tausend Euro wert war“.

Dann zog es den vermeintlichen Feuerteufel weiter in den Grüngürtel. Nachdem er auf der Scharnhorststraße zunächst einen weiteren Pkw in Brand gesetzt hatte, fielen ihm offenbar beim Gang durch die kleinen Gässchen Richtung Freiheitsstraße die in nahezu allen Gärten stehenden Häuschen auf.

Am schlimmsten traf es dann Willi Hünerbein. Allein bei ihm dürfte sich der Schaden jenseits der 10.000-Euro-Marke bewegen. „Genaues muss ich jetzt mit meiner Versicherung besprechen.“ Die Flammen griffen aber auch auf das Gartenhaus seines Nachbarn über, der im Urlaub mit der Hiobsbotschaft konfrontiert wurde.

Insgesamt dürfte sich der bei der Brandserie entstandene Schaden auf mehrere Zehntausend Euro belaufen. Genauere Angaben konnte die Polizei am Dienstag noch nicht machen. Der Tatverdächtige blieb erst einmal in Polizeigewahrsam. Die Feuerwehr war mit insgesamt 34 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften im Einsatz.

 

Die Homepage wurde aktualisiert