Düren - Politisches Kabarett und Slapstick

Politisches Kabarett und Slapstick

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
Anzug, Krawatte und Pomade - a
Anzug, Krawatte und Pomade - aber alles andere als langweilig: Das Wallstreet Theater begeisterte mit trockenen Humor und außergewöhnlicher ARtistik Foto: Berners

Düren. Wäre der SWD-Kommedy-Abend eine Casting Show, dann würden Wilfried Schmickler und das Wallstreet Theater den Vertrag bekommen. Und Knacki Deuser würde vielleicht einen Sonderpreis für seine Moderation der Revue erhalten. Den nur selten wünscht man sich, dass die Pause zwischen zwei Auftritten doch ein wenig länger dauern möge.

Wilfried Schmickler bot im Haus der Stadt erstklassiges politisches Kabarett und teilte kräftig aus. Schmickler bewies eine genaue Beobachtungsgabe und traf mit seiner Kritik an der Gier der Menschen, Finanzsystemen, dahin gerafften Doktoren und den „Pamper-Boys Rösler und Bahr” den Nerv der Zeit und den Geschmack der Zuschauer.

Leichtere Unterhaltung boten Schultze und Schröder. Als Wallstreet Theater standen sie geschniegelt und gestriegelt auf der Bühne. Ihre flotte Schau aus Sketchen, Wortwitz, Akrobatik und einem fantastischen Minenspiel war urkomisch. Das war feinster Slapstick à la Stan und Ollie.

Margie Kinsky - ihr Einzelgastspiel ist schon ausverkauft - hielt nicht ganz, was die Springmaus verspricht. Ihr Temperament ist einsame spitze - die gespielten Szenen beim Kommedyabend waren es nicht durchweg. Mit einigen treffenden Pointen und Geschichten aus dem Leben einer Mittfünfzigerin kam sie aber dennoch gut an.

Kein alter Hase im Schaugeschäft ist Ill-Young Kim - „Nein, ich bin mit dem nordkoreanische Diktator nicht verwandt oder verschwägert. Wir heißen da alle so.” Als echter Köln-Koreaner kokettiert er mit seinen asiatischen Wurzeln und stößt dem vorurteilsvollen Europäer mit Humor in die Rippen - und das kräftig.

Tina Teubner schlug - rein akustisch betrachtet - ruhigere Töne an. Musenkiller, Rotweinverächter, Kaloriensparer und Disziplingerippe wurden abgestraft. Teubners Mischung aus Chanson und Kabarett bestach mit feinem Humor und nachdenklichen Tönen. Da kam manch bitterböse Pointe so überraschend, das erst mit ein wenig Verzögerung gelacht wurde. „Wenn der Kellner im Sternerestaurant nachfragt, dann muss man auch mal sagen können ?Machen Sie sich keine Sorgen, zum Scheißen reichts.”

Die „Talking Horns” machen zweifelsohne richtig gute Blasmusik - und das in einer außergwöhnlichen Art, in der man sie nur selten zu hören bekommt. Ins Programm des Kommedyabends wollten sie aber nicht so recht passen.

In der nächsten Zeit treten viele Künstler mit ihrem Programm im Komm auf. Für einige gibt es noch Karten.
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