Pointen verleihen Theaterstück ungeheures Tempo

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Schwarz-weiß-Schema: Demian Stock und Jessica Lange (stehend) werden umlagert. Der Literaturkurs des Kreuzauer Gymnasiums brachte ein 1778 verfasstes Stück auf die Bühne, in dem Partie für die kleinen Leute ergriffen und Hohn und Spott über die Herrschaften ausgeschüttet wird.

Kreuzau. Nicht mit Mozarts Oper, sondern mit deren Vorlage des französischen Autors Pierre Augustin Caron de Beaumarchais „Der tolle Tag“ oder „Figaros Hochzeit“ erfreute der Literaturkurs des 11. Jahrgangs des Gymnasiums Kreuzau seine Zuschauer.

In fünf Akten spielten die 20 Schauspieler die Geschichte eines einzigen Tages, an dessen Ende nach vielen Liebeswirren und Intrigen ein Kammerdiener und eine Zofe die Helden sind und der Herr Graf als der Blamierte dasteht. Kein Wunder, dass das bereits 1778 verfasste Stück bei so viel Parteinahme für die kleinen Leute und Spott über die hohen Herrschaften auf Grund der Zensur erst sechs Jahre später uraufgeführt werden durfte.

Diesen „echten Klassiker“, der bei in hiesigen Gefilden zwar wenig bekannt ist, in Frankreich jedoch zu den meistgespielten Bühnenstücken gehört, konnten die Jugendlichen unter Regie ihres Lehrers Christian Ebbertz in einer ebenso vergnüglichen wie gekonnten Inszenierung auf die Bühne bringen. Sie beherrschten nicht nur sicher den sehr anspruchsvollen Text, dessen Pointen dem Stück ein ungeheures Tempo verliehen. Viel Bewunderung ernteten die Darsteller auch für das außerordentlich lebendige Spiel mit Mimik, Gestik und Bewegung und für einzelne Gesangseinlagen und die Regie für die vielen zündenden Einfälle.

Vom Technikteam der Schule ins rechte Licht gerückt und begleitet von Musikern aus dem Kreis der Schülerschaft und des Kollegiums brachte das Ensemble die Zuschauer nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken über Fragen von Herrschaft und Unterordnung und die Rollen von Mann und Frau.

Schulleiter Wolfgang Arnoldt dankte am Ende der ganzen Schauspieltruppe, dem Regisseur Christian Ebbertz und den Helfern im Hintergrund. „Unsere Literaturkurs-Aufführungen sind nicht nur immer wieder ein Höhepunkt im Schulleben, sie zeigen auch immer sehr deutlich, dass Persönlichkeitsbildung mehr ist als Lernen und Klausuren schreiben“, sagte Arnoldt. Er freue sich, dass dies am Gymnasium Kreuzau immer wieder Raum und Anerkennung finde.

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