„Poetree Slam“: In Worten baden, ohne baden zu gehen

Von: gkli
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Am „Pool des Versprechens“ auf dem Gelände des Anwesens von Peer Krischbin (2.v.re.) in Heimbach lautete das Motto am Freitagabend doppeldeutig: „Hasst Du Worte?“. Gewinnerin des „Poetree Slams“ wurde Luca Swieter (2.v.li.), Zweiter wurde Eric Jansen. Foto: gkli

Heimbach. Die Ausgangslage: Ein Pool ohne Wasser, der dazu diente, in Worten zu baden, ohne dass einer baden ging. In Heimbach tobte am „Pool des Versprechens“ am Samstagabend eine „Poetree Schlacht“.

Peer Krischbin, Querdenker, Liebhaber seltener Kunst und Mitglied der Heimbacher Künstlergruppe „Augenweide“, hatte diesen „Poetree Slam“ ins Leben gerufen.

Zum ersten Mal hieß es auf seinem Anwesen „Hasst Du Worte?“. Eine weitere Auflage soll im kommenden Jahr folgen. Anlass gab ihm zu diesem Projekt ein seltener Ort: nämlich ein ausgedienter Pool und ein Baum, der mitten in diesem leeren Becken wurzelt. Krischbin, der früher in der Werbebranche tätig war und stets mit ausgefuchsten Texten zu tun hatte, berichtete den rund 80 Gästen über den Pool-Baum: „Am Anfang war er noch ganz klein und ging mir gerade bis zum Bein.“

Texte selbst geschrieben

Inzwischen entwickelte sich der Ahornbaum kräftig, Schatten kann er bereits spenden. Sechs Parteien nahmen am „Poetree Slam“ in Heimbach teil.

Über drei Stunden hinweg lieferten sich Florian Schreiber, Julius Schneegl, Oscar Malinowski, Eric Jansen, Heijo & Dirk und Luca Swieter auf einer kleinen Bühne am Pool des Versprechens eine amüsante und rasante Dichterschlacht.

Alle Texte der Akteure, die aus der Region zusammenkamen, waren selbst geschrieben. Sechs Minuten pro Vortrag durften nicht überschritten werden. Zweimal traten die Teilnehmer vor das Publikum und eine fünfköpfige Jury, die Noten zwischen eins und zehn vergab, sortierte die Besten heraus. In das Finale zogen „Red Erik“ und Luca Swieter ein.

Lesen, lesen, lesen

Erik Jansen lamentierte über die Sucht an sich, speziell über seine Büchersucht. 100 Seiten braucht er am Tag, 1000 an einem Wochenende. Er fährt in fremde Länder, um abstinent zu werden, doch kommt er nicht von „Dealern wie der Mayerschen“ los. Luca Swieter rechnete in Reimform mit der Kleinstadt an sich ab. Sie wünschte sich einen Platz, „wo man frei und ohne Zwang, Wein und Kondome kaufen kann.“

Dichterhut als Gewinn

Denn die Idylle in einer kleinen Stadt sei nur eine Hülle, der Horizont der Menschen dort reiche in der Regel nur bis zum nächsten Güllefass.

Jeder sei sich selbst der Nächste und die größte Freude, meint Luca, sei die am Leid anderer Menschen. Über die Finalisten stimmte das Publikum per Applaus ab.

Zu gewinnen gab es beim Wettbewerb einen Dichterhut, der letztlich Luca Swieter besser passte als Eric Jansen.

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