Play it Juniors: „Alle Kinder haben Spaß am Fußball“

Von: Sandra Kinkel
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Nach nur einem halben Jahr hat der neue Dürener Fußballverein „Play it Juniors“ schon über 70 Mitglieder. Der Club richtet sich besonders an kleinere Kinder, die von lizenzierten Trainern unterrichtet werden. Foto: Bernd Marx
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Vereinsgründer- und vorsitzender: Bernd Virnich. Foto: kin

Düren. „Klar sollen die Jungs gute Fußballer werden, aber ich möchte ihnen auch Werte vermitteln. Sie sollen auch einen guten Charakter bekommen.“ Bernd Virnich ist 43 Jahre alt, gelernter Schlosser, Familienvater und begeisterter Fußballer.

Bis zu seinem 26. Lebensjahr hat er selbst gespielt, beim FC Niederau und Viktoria Arnoldsweiler zum Beispiel. Seit seinem zwölften Lebensjahr trainiert er Kinder, am 15. August 2015 hat er in Düren einen neuen Fußballverein gegründet. Und zwar einen für Kinder, die „Play it Juniors“.

Der Grund für die Vereinsgründung ist schnell erklärt: Bernd Virnichs Neffen haben in einem Verein gespielt, in dem Kinder aussortiert wurden, weil sie zu schlecht gespielt haben. „Das hat mich gestört“, sagt Virnich. „Jedes Kind hat Spaß am Fußball. Und jedes Kind sollte die Möglichkeit bekommen, Fußball zu spielen. Und das können sie bei uns im Verein.“

73 Mitglieder hat „Play it Juniors“ nach einem halben Jahr – und bereits fünf Mannschaften. Virnich: „Wir haben eine Bambini-Mannschaft, drei F-Jugend-Teams und eine E-Jugend-Mannschaft.“ Alle Kinder trainieren in der Regel zweimal in der Woche, das Training wird von lizenzierten Trainern geleitet. „Das ist bei so jungen Kindern in den meisten Vereinen die Ausnahme“, sagt Virnich. „Häufig übernehmen bei den Kleinen die Väter das Training.“

Bei den „Play it Juniors“ gibt es kurzzeitige Lernziele, die möglichst innerhalb eines Monats erreicht werden können. „Wir üben zum Beispiel Ballführung. Und zwar mit den üblichen Regeln, also jeder Schritt ein Ballkontakt und das Führen des Balls mit der Fußaußenseite. Das können auch schon kleine Kinder lernen.“ Darüber hinaus wird auch spezielles Torwarttraining angeboten. Für die Eltern gibt es ein spezielles Internetportal, mit dem sie sich regelmäßig über die Fortschritte ihres eigenen Kindes informieren können.

Team steht im Vordergrund

Bernd Virnich: „Die Kinder entwickeln von ganz alleine den nötigen Ehrgeiz. Leistungsdruck müssen wir gar nicht erst aufbauen.“ Bernd Virnich und seine Mitstreiter weisen kein Kind ab, alle können mitmachen. Auch ein autistischer Junge gehört zum Verein. „Die Kinder müssen auch lernen, dass die Mannschaft im Vordergrund steht. Mobbing wird beispielsweise nicht geduldet.“

Genauso wenig wie zu ehrgeizige Eltern. „Natürlich weiß ich, dass es solche Eltern gibt“, sagt Virnich. „Aber wenn bei uns Mütter oder Väter am Spielfeldrand stehen und ihre Kinder auf dem Platz anbrüllen, schicke ich beide nach Hause – Eltern und Kinder.“ Bei „Play it Juniors“ gibt es auch für die Eltern spezielle Regeln und auch gezielte Angebote. Bernd Virnich: „Ich habe den ehemaligen U 21-Nationalspieler Manfred Pomp zu einem Vortrag eingeladen. Er spricht zum Thema ‚Was treibt unsere Kinder eigentlich an und motiviert sie wirklich?’ Wir wollen unseren Eltern auch konkrete Hilfestellungen an die Hand geben.“

Motivation, so Virnich, müsse immer etwas Positives sein. „Ich bin der Trainer, ich darf motzen und ich werde auch ab und zu laut. Wenn wir aber eines unserer Vergleichsspiele oder ein Turnier verlieren, sollen die Eltern am Spielfeldrand stehen, lachen und ihre Kinder in den Arm nehmen. Eltern müssen behüten und auffangen. Das ist mir wichtig.“

Der Erfolg gibt Bernd Virnich recht. „Es ist erstaunlich, welche Fortschritte auch vermeintlich schwächere Kinder gemacht haben. Manche, die von Vereinen aussortiert worden sind, hätten diese mittlerweile gerne wieder zurück.“ Mittlerweile sind sogar schon Bundesliga-Clubs auf die „Play it Juniors“ aufmerksam geworden. Genauer gesagt Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln. Die haben einige Kinder aus Düren sogar schon zum Probetraining eingeladen.

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