Düren - Plaudereien aus dem Tagebuch des Mannes

Plaudereien aus dem Tagebuch des Mannes

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Ein eingespieltes Team, das Spaß versteht: Tina Teubner und Partner Ben Süverkrüp wurden im Komm für ihren Witz und Humor gefeiert. Foto: bel

Düren. Kabarettistin Tina Teubner hat ein Heimspiel. Die Gäste kennen sie, wissen sie und ihre Art, Wahrheiten auf humorvolle und witzige Art zu sagen, zu schätzen. Der Applaus- und Lachmesser kommt deshalb an diesem Montagabend im Komm-Zentrum nicht zur Ruhe.

„Der Veranstalter hat nur unsportliche Menschen eingeladen, extra für uns”, verrät sie dem Mann am Piano, Ben Süverkrüp, „denn Thomas Lüttgens kennt uns und die Gäste.” Schnell entwickelt sich so ein Dialog zwischen den beiden Akteuren und dem Publikum, wobei auffällt, dass der Pianist anders als bei früheren Programmen größere Anteile am Geschehen hat.

Deutlich festzumachen ist das an dem langen Text mit Plattitüden und Klischees, den Teubner und Süverkrüp - absolut synchron - in teilweise Atem beraubenden Tempo präsentieren. Thema: Vorwürfe innerhalb einer Ehe. „Du bist wie deine Mutter” - einer der Höhepunkte des Ausbruchs.

Charmant, mit akzentuierter Kabarettstimme, beherrscht Tina Teubner die Szene, kennt das Leben und weiß, „dass man Männern nicht die Wahrheit sagen darf, sondern dass man sie loben muss.” Den eigenen Mann hat sie durch „Verwählen” kennengelernt. Sie lobt ihn dauernd. Er reagiert erfreut und macht, was sie sagt. Dass sie sein Tagebuch hat und eventuell sogar lesen wird - Partner Ben Süverkrüp ist entsetzt - erklärt die „Frau mit Erfahrung” zum hochmoralischen Akt, aus der Not geboren. Sie wolle ihrem Mann doch nur helfen. Er rede ja nicht offen mit ihr, dann müsse eben das Tagebuch her.

Tagebücher von Männern gäben eh´ nicht viel her. „Nach langen Hin und Her hat Horst sich für den Opel entschieden.” Für die meisten Frauen tatsächlich kein prickelndes Thema, meint die Kabarettistin. Mit ausdrucksvoller Gestik und Mimik, einer schauspielerisch tolle Leistung, präsentiert die Künstlerin Arten des Umgangs zwischen Eheleuten. Da gibt es die „Depressiv-Variante” oder die „Es-muss-sich-was-ändern-Variante”.

Lachsalven aus dem Publikum lassen Teubner kaum zu Wort kommen. Selbst die Männer lachen. Doch sie kann auch anders. „Am Ende zählt die Liebe!” Die Menschen scheinen ihr das abzunehmen, auch diese Wahrheit. Teubner scheut auch nicht vor sozialkritischen Themen zurück, nimmt Westerwelle aufs Korn, schlüpft in die Rolle der Kanzlerin. Gekonnt spielt sie nicht nur auf der Gefühlsklaviatur der Frauen und Männer, sondern auch auf den Seiten der Geige und der Ukulele - ein Allroundtalent.
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