Planet Jazz: „Koi Trio“ widmet Thelonious Monk ein Konzert

Von: gkli
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Das „Koi Trio“ gastierte gemeinsam mit zwei weiteren Musikern im Foyer der Evangelischen Gemeinde zu Düren. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Der Jazzpianist und Komponist Thelonious Monk galt schon zu Lebzeiten als eigenwillige Persönlichkeit. Im Familienkreis galt er als freundlich, lebte aber generell sehr zurückgezogen. 1982 starb er in der Villa der Baroness Pannonica de Koenigswarter in New Jersey.

In der Musikwelt hinterließ Thelonious Monk jedoch Spuren, die bis heute begangen werden. Ein ganzes Konzert widmete das „Koi Trio“ aus Köln dem unvergessenen Musiker, der auch als Wegbereiter des Bebop gilt. Im Foyer der Evangelischen Gemeinde zu Düren hatten sich rund 50 Zuhörer eingefunden. Veranstalter des außergewöhnlichen Konzerts war „Planet Jazz“, dahinter verbergen sich die beiden Dürener Jazzkenner Oliver Mark und Henner Schmidt. Der Titel des Abends lautete „Tribute to Thelonious Monk“. Schmidt versprach „viel gute Musik“ – und damit versprach er nicht zu viel. Das junge Trio, bestehen aus Matthias Akeo Nowak (Bass), Riaz Khabipour (Gitarre) und Oliver Rehmann (Schlagzeug) wurde in Düren verstärkt von Sebastian Gille (Saxofon) und Rainer Böhm (Klavier).

Ihrer Experimentierfreudigkeit machten die Akteure kräftig Luft, die Charakteristika der Jazzmusik ließen sie dabei aber nicht aus den Augen. Als erstes Stück erklang „Thelonious“, ein musikalisches Selbstporträt des legendären Jazzpianisten. Zunächst warf der Kontrabassist ein kantiges, musikalisches Thema in den Raum, das von seinen Mitspielern aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Auch die weiteren Werke passten in keine Schublade, was vielleicht erklärt, warum sich heute noch Musiker, die die Enkel von Thelonious Monk sein könnten, mit den musikalischen Gedanken des unvergessenen Querdenkers befassen.

Ein weiteres Beispiel für die innovativen Klänge lieferte „Pannonica“. Darin verewigte der Komponist Pannonica de Koenigswarter, geboren als Kathleen Annie Pannonica Rothschild. Die Nachfahrin der englischen Rothschilds war eine der wichtigsten Förderinnen des Modern Jazz und eben auch Mäzenin von Thelonious Monk. Die Besucher honorierten jeden Chorus, den die Musiker ablieferten, mit gebührendem Applaus. Stolz kündigten Oliver Mark und Henner Schmidt an, für das Abschlusskonzert der Jazztage 2016 in der Dürener Christuskirche das Martin-Sasse-Quartett mit dem Trompeter Dusko Goykovich an der Front verpflichtet zu haben. Der 84-jährige Ausnahmetrompeter mit serbischen Wurzeln wurde bereits mit zahlreichen Preisen bedacht.

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