Düren - „Planet Jazz”: Große Aufgabe auf veränderter Bühne

„Planet Jazz”: Große Aufgabe auf veränderter Bühne

Von: han
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Einen tollen Auftakt der Reihe
Einen tollen Auftakt der Reihe „Planet Jazz” bot die Charles Mingus Celebration Band mit ihrem musikalischen Tribut an den großen Bassisten und Komponisten. Foto: Schmitz

Düren. Acht Kölner Musiker um den Tenorsaxophonisten Denis Gäbel zelebrierten Charles Mingus, einen der wichtigsten Musiker der Jazz-Szene. Er ist ein legendärer Bassist und ein genialer Komponist. Aber auch als Pianist machte er sich einen Namen.

Vor allem aber sein Bass-Spiel wurde zu einem Synonym für eine Jazz-Epoche in den 60er Jahren: den Mingus-Sound, einem Stil, der mehr auf Stimmungen abzielte, als auf die Schubladen des herkömmlichen Jazz. Es war eine große Aufgabe, die sich die Charles Mingus Celebration Band im Foyer des Hauses der Stadt vorgenommen hatte.

Suche nach dem besten Klang

Die Suche nach dem besten Klang und den vollen Tönen hatte aber schon vor Konzertbeginn begonnen, als die Initiatoren von „Planet Jazz”, Henner Schmidt und Oliver Mack, die Bühne im Gegensatz zu vorherigen Konzerten „umgestellt” hatten. Ein Entschluss, der zumindest auf großes Wohlwollen beim Publikum im äußerst gut besetzten und rot ausgeleuchteten Entree führte.

Die Farbe passte zum Spiel der Musiker, die temperamentvoll, leuchtend und liebevoll in den Modern Jazz eintauchten, feurig mit Flügel, Trompete, Posaune, Saxofonen, Bass und Schlagzeug agierten, mal leise und reduziert, dann wieder explodierend. Alles mit einer Hingabe, die darauf schließen ließ, dass die noch jungen Musiker eine Seelenverwandtschaft zu Charles Mingus aufgebaut haben.

Ihre musikalische Reminiszenz an die Jazz-Größe mündete nicht in Beliebigkeit, sondern in einem farbenprächtigen und kreativen Auftritt. Einige Akkorde zum Auftakt, und es entfaltete sich langsam, einfach und mit viel Raum allmählich eine musikalische Pracht, ein mächtiger, nicht irritierender Sound, der nie verhehlte, dass die Kompositionen von Charles Mingus sehr oft in der Gospel- und Bluesmusik verwurzelt sind.

Für die Band war es ein musikalischer Parforce-Ritt, der schwierige Tempi-Wechsel verlangte. Ebenso galt es, komplexen Strukturen zu folgen und ab und aufschwellende Dynamikparts erschallen zu lassen.

Die Band meisterte alle mit Bravour und jeder Einzelne überzeugte mit virtuos gespielten Soli. Unter den vielen ausgezeichneten Momenten des Konzerts stach vielleicht das Stück „O.P”, eine Hommage von Mingus an seinen Basskollegen Oscar Pettiford, oder die Komposition „Devil Woman” hervor, in deren getragenen bluesigen Strukturen die Celebration Band mit einem unglaublich intensiven Spiel zur Hochform auflief.

Nicht nur der Mitorganisator des Abends, Henner Schmidt, war begeistert, sondern auch das Publikum, das die Band wegen ihres präzisen und stimmungsvollen Spiels mit Beifall überschüttete. Ein Auftakt nach Maß in der Reihe „Planet Jazz”.
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