Düren - „Planet Jazz“ bringt den ganzen Saal zum Swingen

„Planet Jazz“ bringt den ganzen Saal zum Swingen

Von: Anke Holgersson
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Das Martin (Piano: Martin Sasse, Kontrabass: Henning Gailing, Schlagzeug: Joost van Schaik) Sasse Trio mit dem weltweit bekannten Saxofonisten Scott Hamilton. Foto: Anke Holgersson

Düren. Scott Hamilton gilt als einer der besten Tenorsaxophonisten weltweit. Am Freitagabend war der Amerikaner – gemeinsam mit dem Kölner Martin Sasse Trio – zu Gast in der Kulturfabrik Becker und Funck. Vor ausverkauftem Haus spielten die Musiker, die sich in dieser Formation „Scott Hamilton European Quartet“ nennen, Jazz-Standards und traditionelle Jazzmusik mit Elementen von Swing und Bebop. Für ihr überaus virtuoses Spiel erhielten die Musiker viel Zwischen- und einen gewaltigen Schlussapplaus.

Scott Hamilton war in den 70er Jahren mit dem legendären Benny Goodman auf Tour und Martin Sasse begleitete zum Beispiel Stars wie Till Brönner am Klavier. Henning Gailing stand mit seinem Kontrabass ebenfalls schon neben vielen international agierenden Musikern und mit Paul Kuhn auf der Bühne. Schlagzeuger Joost van Schaik spielte mit dem bekannten Posaunisten Curtis Fuller.

Doch so gut die Solisten auch sein mögen. Bei einem gelungenen Konzertabend kommt es auf das Zusammenspiel der Musiker an. Darüber sagte Pianist und Bandleader Martin Sasse einmal in der Musikfilm-Dokumentation „Blue“, in der es um die Entwicklung des Genres Jazz geht: „Ich kann die Stückauswahl vorher treffen. Wie das Stück wirklich wird, weiß ich im Vorhinein nicht.“ Er reagiere auf die Vorlagen von Saxofon, Bass und Schlagzeug. Das Ergebnis, das sei ihm wichtig, solle immer sein, dass das Publikum ein besonderes Erlebnis hat.

Diesem Anspruch konnte er beim Konzertabend in Düren gerecht werden. Das Gefühl des Quartetts für Rhythmus und Harmonie war an diesem Abend nicht zu übertreffen. Kurz: Sie brachten den Saal zum Swingen.

Mit diesem Konzert endet die Veranstaltungsreihe „Planet Jazz“ erst einmal. Die beiden Initiatoren und Veranstalter, Henner Schmidt und Oliver Mark, kündigten zu Beginn des Konzertes eine „kreative Pause“ an, machten den Zuschauern aber Hoffnung, dass es wahrscheinlich eine Fortsetzung „mit überdachtem Format“ geben würde.

Für die rund zehnjährige Erfolgsgeschichte der Reihe bedankten die beiden sich bei ihren Kooperationspartnern. Sie holten Heinz Jörres auf die Bühne, der die Konzerte als Fotograf begleitete und dankten Max Busch vom KOMM Kulturzentrum, das eine der Spielstätten für die Reihe ist. Ihr Dank ging auch an Richard Köchling, der als Vorsitzender des Förderkreises „Musik in der Christuskirche“ die Ausflüge von „Planet Jazz“ in die Christuskirche begleitet und an Thomas Busch, den Hausherren der Kulturfabrik Becker und Funck.

Aus Protest entstanden

Der Musiker Wolfgang Breuer, mit dessen Unterstützung im Rahmen der Veranstaltungsreihe auch CD-Produktionen entstanden waren, nutzte die Gelegenheit, sich im Rahmen seines Dankes an Schmidt und Mark an die Geschichte der Reihe zu erinnern. Sie war vor rund zehn Jahren aus dem Wunsch heraus entstanden, den Dürener Jazztagen, die aus seiner Sicht zunehmend mehr Wert auf den Eventcharakter als auf die musikalischen Inhalte legten, etwas entgegen zu setzen.

Für seine harsche Kritik in Richtung der Jazztage erhielt er aus dem Publikum Zuspruch. Manch einem mag seine strenge Auffassung von Jazz aber auch als zu puristisch erschienen sein.

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