Pläne zur Umgestaltung des Marktplatzes vorgestellt

Von: Jörg Abels
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Düren Marktplatz
Der Blick auf den umgestalteten Markplatz. Die Pläne sehen eine umlaufende Baumreihe mit Sitzbänken in den Randzonen vor, die den Geschäfts- vom Marktbereich trennt. Fotos: Abels/Reepel
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Die Marienstatue wird Richtung Hirschgasse versetzt, die Pflanzdreiecke werden entfernt. Fotos: Abels/Reepel

Düren. Ausgerichtet an den Bedürfnissen des Wochenmarktes soll der Marktplatz 2017 im Rahmen des Masterplans umgestaltet werden. „Den Markt soll über eine Stärkung der Außengastronomie noch attraktiver werden“, umriss Baudezernent Paul Zündorf das Ziel bei der Vorstellung der Gestaltungsplanung, bei gleichzeitiger Erhöhung der Aufenthaltsqualität auch an „Nicht-Markttagen“.

Wie soll das erfolgen? „Die Marktstände sollen in Zukunft einen Mindestabstand von sieben Metern zu den Fassaden haben“, erklärte Masterplaner Dr. Harald Heinz, damit die Außengastronomie an Markttagen von derzeit 140 auf 230 Quadratmeter entlang der Gebäude ausgedehnt werden kann.

Der dafür benötigte Platz wird mit einer Wegnahme der bisher an der Ecke Hirschgasse vorhandenen Spiel- und Pflanzdreiecke gewonnen, so dass den Marktbeschickern rein rechnerisch in etwa die gleiche Fläche wie bisher zur Verfügung stehen wird.

Ein drei Meter breiter Korridor soll der Gastronomie zur Verfügung stehen, an den sich ein zwei Meter breiter Gehweg anschließt. Eine um den ganzen Platz laufende Baumreihe mit Sitzbänken in den Randbereichen soll dann die Grenze zum Wochenmarkt markieren, erklärte Heinz, so dass vor den Marktständen noch einmal ein zweiter breiter Korridor für die Kunden bleibt.

Ganz wichtig ist den Planern: Alle Marktstände sollen zu den Gebäuden hin geöffnet sein. Kein Passant, vor allem aber kein Café-Besucher soll in Zukunft mehr auf Lkw-Rückseiten blicken müssen, sondern „einen freien Blick auf die besonders schönen Gemüse-, Obst- und Blumenstände haben“, unterstrich der Masterplaner.

Denn, und darin sind sich alle einig: Wochenmarkt und Außengastronomie sollen sich gegenseitig befruchten und damit die Innenstadt insgesamt weiter beleben. An marktfreien Tagen kann Außengastronomie wie bisher über den Drei-Meter-Korridor hinaus betrieben werden.

Der freie Marktplatz soll mit Betonpflasterplatten in unterschiedlichen Grautönen gestaltet werden, so dass Verschmutzungen weniger ins Auge fallen, wie Landschaftsplaner Michael Reepel erläuterte. Entlang der Gebäude soll das Mosaik- und Grauwackepflaster fortgeführt werden, das nach dem Einbau in der Kölnstraße bereits auf heftige Kritik gestoßen ist.

Vor allem Ältere und Gehbehinderte sehen darin eine Stolperfalle. Aus Sicht der Planer soll das Pflaster an den Bürgersteig erinnern, der bis weit ins 20. Jahrhundert den damals noch verkehrlich genutzten Marktplatz umrandete, und einen optischen Akzent setzen.

Für die umlaufende Baumreihe ist die Anpflanzung von rund 25 Bäumen vorgesehen, erläuterte Reepel. Nach reiflicher Überlegung sollen die derzeit vorhandenen Platanen verschwinden und Platz machen für die „Gefüllte Vogelkirsche“, die nicht nur während der Blüte im Frühjahr optisch ansprechender sei, sondern mit ihren schräg aufsteigenden Ästen auch deutlich weniger von Vögeln angenommen wird.

Auch drei Punkte für Spielgeräte sind vorgesehen, kündigte Reepel an. Die Marienstatue soll ihren Platz an der Ecke Markt/Hirschgasse finden, damit sie – wie beabsichtigt – auch weiterhin den Blick in Richtung Annakirche richten kann.

Bei der Vorstellung der Umbaupläne, die am 9. November im Verkehrs- und Bauausschuss beraten werden, hagelte es Kritik seitens der Marktbeschicker. Deren Sprecher Frank Schmutzler prangerte vor allem die statische Darstellung der künftigen Ständeanordnung an. Er sprach von „stalinistisch ausgerichteten Geraden“, die große Probleme beim Auf- und Abbau hervorrufen und am Ende dazu führen würden, dass mit Sicherheit der eine oder andere Marktbeschicker Düren den Rücken kehren werde.

Baudezernent Paul Zündorf und Masterplaner Harald Heinz versicherten jedoch, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei, die künftige Anordnung der Stände in aller Ruhe gemeinsam erarbeitet werden könne.

Der Umbau des Marktplatzes ist für die Zeit März bis November vorgesehen. In dieser Zeit findet der Wochenmarkt auf dem Kaiserplatz statt. Für die Umgestaltung sind im Masterplan 1,4 Millionen Euro vorgesehen, 80 Prozent übernimmt das Land NRW.

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