Düren - Pit Goertz präsentiert eine augenzwinkernde Kunstaktion

Pit Goertz präsentiert eine augenzwinkernde Kunstaktion

Von: han
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Verteilte Geschenke: Künstler Pit Goertz im Komm. Foto: Schmitz

Düren. Zur Eröffnung seiner Ausstellung „Rettung vor Karneval” hatte sich Pit Goertz etwas Besonderes einfallen lassen. Jeder Besucher erhielt von ihm einen Talisman, die er aus einem abgedeckten Kasten zog. So war es reine Glücksache, ob die Geschenke klein oder größer ausfielen.

Augenzwinkernd erklärt er ihre Bedeutung: „Sie bringen kein Glück, aber sie verhindern Unglück”.

Seine Idee hinter der Aktion „Ich schenk dir was”: Goertz wollte ein Zeichen setzen gegen Lethargie, Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit. Schon an mehreren Orten in Stadt und Land hatte er Passanten mit seiner Geschenkidee verblüfft, die dann nachdenklich auf das „Geschenk-Glücksgefühl” reagierten, wie der Künstler erzählte. Im Komm, in dem der vielseitige Kunstschaffende zum ersten Male ausstellte, war es nicht anders. Erstaunt reagierte das Publikum, amüsiert und gleichzeitig gedankenvoll.

In seiner Werkschau bekennt sich der Dürener als „Irland-Freund”. Seine Motive stellt er auf Zinkblech dar, nicht mehr benötigte Dachrinnen, die er als „Kunst-Material” entdeckte, als er, wie er es nennt, „noch auf dem Dach arbeitete”. Heutzutage hat er festen Boden unter den Füßen und organisiert für die Stadt Düren auf Schloss Burgau Kunstausstellungen.

In seinen Arbeiten, die er als Collagen versteht, verarbeitet er Erlebnisse und Erfahrungen von der grünen Insel. Typische Irland-Motive finden sich wieder. Strand, ein Streifen Gras, so angeordnet, dass die Bewegung durch den Wind zu erkennen ist, ein Streifen „Nichts”, eine stilisierte Mauer, dahinter der Blick auf Weite mit Ausschmückungen. Wer die Bilder lange betrachtet, kann vielleicht nachempfinden, was Heinrich Böll in seinem literarischen Reisebericht „Irisches Tagebuch” schrieb: „Es gibt dieses Irland. Wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche.”

In einem weiteren Teil der Ausstellung wendet sich Pit Goertz gegen „Reizüberflutung” und „billige Wiederholungen”. Fotografisch hat er alltägliche Situationen mit hintergründigem Witz festgehalten. „Nichts Tiefgründiges”, einfach nur zum Anschauen. Ein wenig Narretei steckt dahinter und somit möglicherweise doch ein Bezug zum Karneval mit seinem ursprünglichen Humor, zumal die verschenkten Talismane an die mittelalterliche Maskenschnitzerei erinnern. Und Masken sind heute noch ein wesentlicher Bestandteil der „Basler Fastnacht”.

Die Ausstellung ist noch bis 26. Februar zu sehen.
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