Pingsheimern ist die Lust auf die Erdbeere vergangen

Von: Franz Sistemich
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Einwohner von Pingsheim demons
Einwohner von Pingsheim demonstrieren für nächtliche Ruhe und gegen Lkw-Lärm. Auch sehen sie keine Verbesserung ihrer Situation, wenn die Lkw in Zukunft auf einem Grünstreifen kurz vor ihrem Ort parken.

Pingsheim. Mit der Ruhe ist es in den Sommermonaten in den frühen Morgenstunden in Pingsheim vorbei. Und dies seit etlichen Jahren. Denn wenn Erntehelfer aus dem Osten Europas auf ihren Rädern zur Arbeit auf die Felder fahren und die schweren Lastwagen durch den Ort am östlichen Rand der Gemeinde Nörvenich und des Kreises Düren rollen, können Einwohner nicht mehr schlafen.

Der Grund für den Schwerlastverkehr: Mitten im Dorf liegt ein landwirtschaftlicher Betrieb, dessen Besitzer zu den größten Erdbeerbauern der Republik zählt. Einstmals einen ganz normalen Bauernhof bewirtschaftend, spezialisierte sich der Landwirt später auf den Anbau von Erdbeeren. Dies tat er so erfolgreich, dass er immer mehr expandierte.

Diese legale Expansion ging aber mit einer zunehmenden Lärmbelastung besonders in den Sommermonaten und auch in den Abendstunden einher, werktags wie sonntags wie feiertags. Seit 2002 beklagen sich Pingsheimer Bürger über die Belästigung. 2009 übergaben sie eine Petition an Landrat Wolfgang Spelthahn.

In den vergangenen Wochen und Monaten wuchs der Unmut über die Beeinträchtigungen wieder. Abhilfe könnte ein Parkstreifen außerhalb des Ortes schaffen. Auf ihm sollen demnächst Lkw parken und warten, bis sie, per Handy aufgefordert, den Erdbeerhof ansteuern.

Der Parkstreifen, auf dem zwei Laster abgestellt werden können, liegt den Anwohnern aber zu nahe am Ort. So sehen sie keine Verbesserung ihrer Situation, zumal sie auch befürchten, dass durch ihn eine Gefahr für spielende Kinder ausgeht. Und deshalb wehren sie sich auch gegen diesen Parkstreifen.

Nörvenichs Bürgermeister Hans-Jürgen Schüller: „Die Gemeinde versucht seit Jahren, den Bürgern zu helfen.” Der Gemeinde sind aber die Hände gebunden, weil der Erdbeerbauer in all seinem Tun im gesetzlichen Rahmen bewegt. Und was den Parkstreifen angeht: „Er ist die einzige Alternative, andere Stellflächen haben wir nicht.”

Die Gemeinde Nörvenich habe dem Landwirten auch mitgetielt, dass die wartenden Lkw-Fahrer während der Standzeit weder den Motor ihres Gefährts noch die Kühlaggregate laufen lassen dürfen. Die Bürger bezweifeln aber, dass die Fahrer sich daran halten.
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