Düren - Pianist Heribert Kochals „Primus inter paris“

Pianist Heribert Kochals „Primus inter paris“

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
10621214.jpg
Geschafft und glücklich: Unter der Leitung von Heribert Koch (4.v.r.) gaben die acht jungen Musikerinnen und Musiker ein brillantes Konzert.
10621210.jpg
Die erst dreizehnjährige Iva Zurbo wird am Sonntag, 8. November in der Annakirche Mozarts Klavierkonzert d-moll spielen. Foto: bel

Düren. Heribert Koch, Leiter des Internationalen Klavier Meisterkurses in Düren, erzählte am Sonntag eine kleine, wahre Geschichte, die er schon oft erzählt hat. Es ist die Geschichte, wie ein kleiner indischer Junge zum Klavierspielen kommt.

Sein Name: Milen Manoj, sein Alter: 13 Jahre. Milen Manoj kommt aus der indischen Stadt Thrissur. Im Alter von fünf Jahren bittet er seine Eltern immer wieder um ein Instrument. Er wird stolzer Besitzer eines Keyboards. Über das Internet lernt er die ersten Lieder. Bald ersetzt eine E-Piano das Keyboard. Milen wird zum Autodidakten, bis er an seine Grenzen stößt.

Mit zwölf Jahren sitzt er an einem Flügel, für ihn ein unbekanntes Wesen, und gewinnt einen Wettbewerb. Über die sozialen Medien findet er Hilfe. Er stößt auf den Namen Heribert Koch. Und ab da ging es ganz steil bergauf. Es ist die anrührende Geschichte eines einzelnen Teilnehmers am Internationalen Klavier Meisterkurs in Düren.

Milen Manoj spielte beim Abschlusskonzert perfekt, brillant und mit großem Einfühlungsvermögen eines der schwersten Werke der Klavierliteratur: Maurice Ravels (1832-1908) „Scarbo“ aus „Gaspard de la nuit“, ein geheimnisumwittertes Werk, Passagenweise Furcht einflößend, kurzum: pure Dramatik.

Gleich alt im achtköpfigen Kurs ist Iva Zurbo aus Albanien, die das „Capriccio brillant op. 22“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) meisterlich interpretierte. Den Orchesterpart hatte der 30-jährige Senior der jungen Musikerriege, Riccardo Bozolo, aus Italien übernommen. Interessierte können die junge Albanerin Iva Zurbo am Sonntag, 8. November , beim Klavierkonzert d-moll von Mozart zusammen mit dem Dürener Kammerorchester in der Annakirche erleben.

Genauso stark kamen die anderen Teilnehmer bei den zahlreichen Gästen im Saal der Evangelischen Gemeinde zu Düren rüber. Die Kosovarin Fatjona Maliqui, in Düren schon länger bekannt, eröffnete das Konzert mit dem ersten Satz aus Beethovens (1712-1773) Sonate C-Dur. Paola Rrapaj aus Albanien brachte zwei Etüden von Sergej Rachmaninow (1873-1908) zu Gehör. Mit den „Intermezzi Nr. 1+2“ von Brahms (1833-1897), liedhaft-lyrische Weisen, gewann die Slowenin Lidija Zupancic die Herzen der Hörer.

Eines der bekanntesten romantischen Stücke Frederic Chopins (1810-1849) bewältigte die Albanerin Mia Pecnik. Es folgte der kaum bekannte Tonkünstler Adolf Henselt (1814-1889). Zwei Etüden von ihm trug, zurückhaltend und reif, Riccardo Bozolo vor. Vasco Dantas aus Portugal, der mit seinem Konzert auf Schloss Burgau den Internationalen Klavier Meisterkurs eröffnet hatte, beschloss die musikalische Woche in Düren mit „Isoldes Liebestod“.

Das ist ein Orchesterwerk Richard Wagners, das Franz Liszt (1811-1886) für Klavier umgeschrieben hat. Vasco Dantas blickte auf die Kurswoche in Düren zurück. „Es war nicht wie in der Schule“, sagte Dantas, „hier der Lehrer, dort die Schüler. Sondern wir haben jeder von jedem gelernt. Heribert war der Primus inter pares, also der Erste unter Gleichen.“

Heribert Koch bedankte sich bei allen Teilnehmern und Unterstützern. Ein ganz besonderes Lob galt der Cappella Villa Duria und ihrem Chef Johannes Esser, die vieles rund um den einwöchigen Kurs organisiert hatten. In seinen Dank schloss Koch aber auch die Familien ein, die den Musikern eine Woche lang ein Zuhause geboten hatten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert