Physios beim Tennis: Seelentröster mit Eisbox und Verbandmaterial

Von: Sarah Maria Berners
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Julia Büchel (l.) und Rebecca Baier arbeiten an der Hochschule Fresenius in Idstein. In dieser Woche sind sie Turnier-Physios. Foto: smb

Düren. Wenn sich ein Spieler auf dem Tennisplatz verletzt, eilen Julia Brüchel und Rebecca Baier mit ihrer blau-weißen Eisbox los. Wenn die Physiotherapeutinnen den Patienten erreicht haben, müssen sie sofort eine Diagnose stellen – und dann müssen sie sich sputen.

„Uns bleiben genau drei Minuten, um einen Spieler zu behandeln, anschließend haben die Spieler noch einmal 30 Sekunden Zeit, um sich zum Beispiel im Falle einer Fußverletzung Socken und Schuhe wieder anzuziehen“, erklärt Rebecca Baier, die bei den Internationale Deutschen Tennismeisterschaften U 14 in Düren immer per Funk erreichbar ist.

Die Regeln sind streng, auf den Tennisplätzen spielen zwar Kinder, aber sie spielen auf höchstem Niveau. Und deswegen gehören auch die „Physios“ unabdingbar dazu. Rebecca Baier (34) und Julia Brüchel (22) sind zum ersten Mal bei der Tennismeisterschaft dabei, sie kommen von der Hochschule Frisenius in Idstein und sind in dieser Woche im Dauereinsatz.

Die Physiotherapeutinnen sind zum Beispiel für die Erstversorgung einer Verletzung zuständig, sie behandeln Schürfwunden und wickeln Tapes um schmerzende Gelenke. Aber die „Physios“ behandeln nicht nur die körperlichen Leiden. Sie sind auch Seelentröster und immer wieder für den mentalen Aufbau zuständig. „Wenn die Jugendlichen verletzungsbedingt aus dem Turnier aussteigen müssen, sind sie natürlich richtig niedergeschlagen“, weiß Julia Brüchel. „Dann versuchen wir, sie ein wenig aufzumuntern.“ Zum Glück kommt das nicht allzu häufig vor.

Medikamente dürfen die „Physios“ nicht verschreiben, das dürfen nur Mediziner. Aber gegen leichte Grippesymptome, Muskelverspannungen und Unwohlsein haben sie homöopathische Kügelchen im Gepäck. Jeden Nachmittag schaut außerdem der Turnierarzt auf dem Gelände vorbei. „Die Entscheidung, ob ein Spieler weitermacht oder das Turnier beendet, muss er selbst treffen“, erklärt Rebecca Baier. „Ich gebe ihm und dem Trainer dafür aber meine Einschätzung mit auf den Weg.“ Die Trainer würden verantwortungsvoll mit dieser Entscheidung umgehen.

Auch abseits des Platzes sind die beiden Frauen gefragt. In einem Raum im Clubhaus stehen Massagebänke bereit. „Die Jugendlichen spielen nun schon seit einer ganzen Weile auf vielen Turnieren. Bei einigen hat sich die Muskulatur verhärtet“, erklären die Therapeutinnen. In solchen Fällen behandeln sie die Jugendlichen vor und nach einer Partie, damit die Muskeln wieder lockerer werden.

Die Verständigung bei dem internationalen Turnier klappt gut, meistens auf Englisch – und wenn das nicht geht, wird eben einfach mit Händen und Füßen kommuniziert.

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