Pflegeschnitt an der L25? „Äste wurden einfach abgerissen“

Von: Jörg Abels
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Noch Meter neben der L25 wurden Sträucher Ende Januar „auf den Stock gesetzt“. An vielen Stellen blieben die Äste bis heute liegen. Foto: Abels

Gürzenich/Schevenhütte. An der Landesstraße 25 zwischen Gürzenich und Schevenhütte verrotten seit Monaten Äste und abgeschnittene Sträucher im Straßengraben. Nur ein Teil des Grünschnitts ist entsorgt worden. Was Anwohnerin Dr. Gisela Hagenau aber noch mehr ärgert, ist die Art und Weise, wie der für den Grünschnitt zuständige Landesbetrieb Straßenbau Ende Januar den sogenannten Pflegeschnitt durchgeführt hat.

„Hier wurden Bäume und Sträucher nicht fachmännisch und naturgerecht beschnitten, sondern einfach abgerissen und dann auch noch wochenlang liegengelassen“, ärgert sich die Anwohnerin. Zum Teil hätten die Äste sogar den Derichsweiler Bach, der direkt neben der Straße verläuft, verstopft.

Nachdem sich das Ehepaar Hagenau beschwerte, fand ein Ortstermin mit dem Landesbetrieb statt. Auch kamen Mitarbeiter Tage später vorbei und räumten einen Teil der Äste weg, berichtet die Anwohnerin. „Aus dem Bach, der sich an einigen Stellen schon anstaute, musste mein Mann die Äste an einem Sonntag selber rausholen.“ Und noch heute liegen an vielen Stellen entlang der Landstraße große Haufen mit Ästen.

Bernd Aulmann, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau in Euskirchen, räumt auf DZ-Anfrage ein, dass der maschinelle Grünschnitt – zum Einsatz kommt ein Unimog mit einem Schneidewerkzeug auf der Ladefläche – „im ersten Moment wie rausgerupft“ aussehe. Eine individuelle Bearbeitung aber sei aus personellen Gründen nicht möglich. Zudem wachse alles ja auch schnell wieder nach. Die „Wunden“ des Kahlschlags Ende Januar freilich sind entlang der L25 immer noch allgegenwärtig.

„Lichtraumprofil“ freischneiden

Der Landesbetrieb spricht vom Freischneiden des sogenannten „Lichtraumprofils“. Dabei gehe es nicht darum, für mehr Licht auf der Straße zu sorgen, sondern Bäume und Sträucher so zu beschneiden, dass Fahrzeuge durchfahren können, ohne an Äste zu stoßen. Allerdings scheint das Profil an einigen Stellen sehr großzügig bemessen worden zu sein.

Noch mehrere Meter neben der Fahrbahn sieht man Gehölze, die bis auf wenige Zentimeter zurückgeschnitten wurden. „Auf-den-Stock-setzen“ nennt das der Fachmann. Ob das wirklich in dem Umfang erforderlich war, bezweifelt Gisela Hagenau jedoch. Für sie ist der Landesbetrieb Straßenbau deutlich übers Ziel hinausgeschossen. „Wenn der Landesbetrieb nicht genügend Personal für eine sachgemäße Pflege hat, muss das Land NRW mehr Geld zur Verfügung stellen“, ärgert sie sich.

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