Pflegekonferenz: „Am Leben in Gemeinschaft teilhaben“

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Ein Umgang voller Respekt: „Auch Pflegebedürftige und Demenzkranke müssen an einem Leben in Gemeinschaft teilhaben können“, fordert Angelika Nießen von der Tagespflegeeinrichtung St. Johanna. Foto: ddp

Kreis Düren. Mitglieder von Wohlfahrtsverbänden gehören dazu, Aktive von Selbsthilfegruppen mischen mit, die Kommunalpolitiker sind ebenso vertreten wie die Verwaltungsexperten, Vertreter von Altenheimen wie Krankenhäusern – und Ärztekammer, Krankenkassen und der Ombudsmann. Denn der Kreis Düren ist bei der Betreuung von Senioren und Pflegebedürftigen breit aufgestellt.

So kam es, dass sich die 29 Delegierten im Kreishaus zur inzwischen 25. Pflegekonferenz trafen – und dabei in Anwesenheit von weiteren Interessenten einigen spannende Berichten lauschten.

Ombudsmann Rupert Rieder zum Beispiel gab einen Einblick in seinen Tätigkeit – und äußerte sich hoch zufrieden, obwohl er im zurückliegenden Jahr keinen einzigen Schiedsspruch hat fällen müssen: „Alle Probleme wurden in Gesprächen gelöst – das freut mich besonders.“

An ihn und Ombudsfrau Ursula Wirtz (Rieder: „Mit ihr habe ich zwölf Jahre lang gut zusammengearbeitet“) wandten sich sowohl Angehörige als auch Heimbewohner, insgesamt 46 an der Zahl, mit ihren Eingaben. Zu langes Warten auf die Pflege, zu kurze Duschzeiten und andere Probleme mehr: Rieder und Wirtz sind den Klagen am Telefon und bei Besuchen in den Einrichtungen nachgegangen. Auch Beschwerden von Heimleitern und -mitarbeitern über Angehörige gab es drei Mal.

Rieder und seine Kollegin gingen ihrer Arbeit „neutral, unabhängig und verschwiegen“ nach, bekundete der Ombudsmann, der sich und seine Arbeit als „Streitschlichter zwischen Einrichtungen, Patienten und Angehörigen“ begreift.

Nicht minder als Pionierin tätig ist Nicole Savelsberg, die vom Kreishaus aus ein Projekt im Kampf gegen den Krankenhauskeim MRSA koordiniert. Heinz-Josef Cremers vom Pflegestützpunkt Düren der AOK Rheinland/Hamburg verriet seinem Publikum Details aus der Praxis in der Umsetzung des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes. Ein Plus in den Augen des Praktikers: „Es gibt mehr Hilfen für Demenzkranke.“

Vollends in die Praxis tauchten die Zuhörer ein, als Angelika Nießen aus dem Leben in der neu eröffneten Tagespflegeeinrichtung St. Johanna in der Dürener Werners-straße erzählte. Ihre Philosophie: „Auch Pflegebedürftige und Demenzkranke müssen an einem Leben in Gemeinschaft teilhaben können.“ Respekt gehöre zum Menschenbild. Und darum sind an der Wernersstraße auch und gerade Demenzkranke gern gesehene „Gäste“, sagte Angelika Nießen.

Warmherzig und engagiert präsentiert wurde außerdem die vollstationäre Linnicher Wohnanlage für Senioren und Behinderte „Am Mühlenteich“. Außerdem wurde das Caritas-Projekt „Wohnen im Alter“, verwirklicht in Neubauten auf dem Gelände des Wohnparks Friedenau in Kreuzau, präsentiert. Dort geht es um „die Vernetzung verschiedener Wohnformen“. 22 Mietwohnungen und 44 Pflegeplätze stehen bei diesem Projekt bereit.

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