Pfarrsaal in Schlich ist „usser Rand on Band“

Von: sas
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Grund zum Feiern: Julius Klein zelebriert den Start ins Rentnerleben. Foto: Sarah Schmitz

Schlich. Unbemerkt vom Arbeitsalltag Abschied nehmen? Das ist in „All sen usser Rand on Band – denn Papp, der esse m Ruhestand“ undenkbar. Dies wird bereits zu Beginn des ersten Aktes deutlich, in dem der Renteneinstieg von Julius Klein mit bunten Luftballons, knallenden Sektkorken und in Beerdigungstracht gefeiert wird.

Doch während die pensionierte Männergang eifrig Pläne schmiedet, wie sie auf Malle „Häschen jagt“, werden ihre Ehefrauen schlagartig damit konfrontiert, dass ihr „Lotterleben“ mit Kaffeeklatsch und Tupperabenden ein jähes Ende finden wird.

Die Lage spitzt sich zu, als die handwerklich völlig talentfreien Bürokraten versuchen, ihre Gattinnen mit Businessplänen „auf Vordermann zu bringen“. Schließlich hätten die Frauen nie erfahren, wie es ist, in einem Unternehmen zu arbeiten, und sich daheim nur „auf die faule Haut gelegt“. Die Wogen können selbst die Kinder, als „ewige Studenten“ abgestempelt, nicht mehr glätten.

So schwebt die Frage im Raum, ob man den Ehemännern bedingungslos ausgeliefert ist. Nach Abwägung der Möglichkeiten – Scheidung oder Unterschlupf unter der Brücke im Nachbarort – regt sich bei den Damen endlich der alte Kampfgeist.

Dank treffender Pointen und gekonnter Rhetorik gelang es den zehn leidenschaftlichen Schauspielern, das große Publikum im katholischen Pfarrheim in die Komödie einzubinden. Unterstützt wurde dies durch die liebevollen Kulissen, die den Eindruck vermittelten, man säße zusammen mit den Darstellern in einem riesigen Wohnzimmer. Hierbei blieb selten ein Auge trocken.

Denn trotz des gebannten Lauschens – schließlich wollte man kein einziges Wort in dem leicht verständlichen Schlicher Mundart verpassen – wurde nahezu jede Spielminuten von begeistertem Applaus und Gelächter kommentiert.

Mit dieser grandiosen Resonanz knüpfen die zehn Laiendarsteller Wolfgang Mohren, Josi Bröder, Christina Düren, Martin Kuckertz, Max Mayer, Adelgrunde Düren, Rudi Schoenen, Diana Mayer, Maria Mayer und Siegmar Alfe an die Erfolge vergangener Jahre an.

Schließlich ist die Aufführung seit 2002 fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Pfarre Schlich. Bislang gelang es den „kleinen und großen Martinis“, ihre schauspielerische Leistung jedes Jahr zu perfektionieren: „Oft mussten zusätzliche Vorstellungen angesetzten werden, um all den Karten-Wünschen überhaupt gerecht zu werden“, erinnerte sich Regisseurin Maria Mayer, aus deren Initiative heraus die Gruppe gegründet wurde.

Mittlerweile sei es keine Seltenheit, ein Stück im Rahmen von sieben Vorstellungen an zwei Wochenenden aufzuführen.

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