Pfarrer Norbert Glasmacher über die Bedeutung der Weihnachtsbotschaft

Pfarrer Norbert Glasmacher über die Bedeutung der Weihnachtsbotschaft

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Monsignore Norbert Glasmacher genießt an Weihnachten vor allem die Stille. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Für viele Menschen sind die Festtage mit Familienfeiern, Schlemmen von Köstlichkeiten und Geschenken verbunden. Pfarrer Norbert Glasmacher, zuständig für die Gemeinschaft der Gemeinden St. Franziskus, erzählt Volontärin Vivien Nogaj im Gespräch, warum es auch wichtig ist, die Stille genießen, und wieso die Botschaft von Weihnachten auch gut 2000 Jahre nach Christi Geburt noch gilt.

Jedes Jahr müssen Sie aufs Neue eine Weihnachtspredigt halten, das Ereignis bleibt aber immer dasselbe. Wie möchten Sie sich dennoch Gehör verschaffen?

Norbert Glasmacher: Ich versuche etwas zu finden, was die Leute bewegt. Natürlich: Geschichtlich gesehen bleibt das Ereignis gleich, es handelt von der Geburt Christi. Die Menschen können aber, je nach aktuellem Weltgeschehen, unterschiedlich Bezug darauf nehmen. Es gilt, immer wieder etwas zu finden, dass die Menschen anspricht, um die Botschaft von Weihnachten zu verbreiten.

Was hat es mit der immerwährenden Botschaft von Weihnachten auf sich?

Glasmacher: Sie ist vielfältig: Ein Teil von ihr ist, dass die Hoffnung auf eine heilere Welt nicht vergebens ist. Gott verlässt die Welt nicht, sondern er kommt zu uns in Menschengestalt, mitten in erbärmliche Verhältnisse hinein. Damals, vor 2000 Jahren, die Geburt im Stall – das war keine so romantische Situation, wie wir es uns heute vorstellen. Es war erbärmlich. Und inmitten dieser Verhältnisse kommt Gott – immer wieder– zu uns.

Wie kann ich mich am besten auf Weihnachten vorbereiten, um ein besinnliches Fest zu erleben?

Glasmacher: Die Adventszeit führt uns schon auf Weihnachten hin. In den Tagen vor und an Weihnachten selbst sind wir eingeladen, uns Zeit zu nehmen, um über die wichtigen Fragen des Lebens nachzudenken: Warum bin ich hier? Wo ist in meinem Leben noch Unheil? Was bedrückt mich? Wie ist meine Beziehung zu Gott? Weihnachten lädt mich auch ein, die Not der anderen zu sehen: In der Weihnachtszeit spenden wir großzügiger, und auch in der Flüchtlingskrise haben wir im vergangenen Jahr Humanität bewiesen. Auch das ist Weihnachten.

Ist es wichtig, an Weihnachten in die Kirche zu gehen?

Glasmacher: Für mich gäbe es keine Weihnachten ohne Besinnung und Gebet. Das Feiern mit Familie, das Festessen und Geschenke gehören auch dazu, aber die Verbindung mit Jesus macht Weihnachten erst zu einem Fest und verleiht ihm Sinn.

Wie verbringen Sie die Weihnachtstage?

Glasmacher: Meine Familie ist zu Besuch und es wird ein gemeinsames Essen geben, aber ich werde auch zur Ruhe kommen und Stille suchen. Die Adventszeit war oft stressig, an Weihnachten nehme ich mir bewusst Zeit für das Gebet: Wenn die Gottesdienste vorbei sind, verweile ich noch an der Krippe.

Ist das ein Rat, den Sie auch Anderen weitergeben möchten, etwa denen, die zweifeln?

Glasmacher: Unbedingt. Ich möchte alle Menschen ermutigen, das Weihnachtsfest zu feiern, und, wenn eine Kirche geöffnet hat, sich das Kind in der Krippe anzuschauen. Dort kann man man sich bewusst werden: Gott kommt in Menschengestalt zu uns, um uns zu heilen.

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