Pfarre St. Lukas auf der Suche nach neuen Angeboten

Von: Franz Sistemich
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In zwölf Gruppen diskutierten die Besucher des Forums darüber, wie die Kirche für aktive Christen, aber auch kirchenferne Menschen attraktiver werden kann. Foto: Franz Sistemich

Düren. Die Pfarre St. Lukas gleiche einem großen Containerschiff, das wichtige Fracht transportiere, sagte Jürgen Maubach. Doch, führte der Gemeindereferent der Pfarre Franziska von Aachen und Organisationsberater für die Weiterentwicklung von Kirche weiter aus, könne ein Containerschiff seinen Kurs nicht von jetzt auf gleich ändern.

Dies könnten nur kleine, wendige Boote. Nur sie seien in der Lage, Neues zu erkunden.

So stiegen im übertragenen Sinn rund 120 Männer und Frauen jedweden Alters in der Marienkirche aus dem Containerschiff in kleine Boote, um auf Expedition zu gehen. Der Innovationsprozess von St. Lukas steht unter dem Motto „Neues wagen“. Die Pfarre ist auf der Suche nach neuen Angeboten, um das kirchliche Leben für mehr Menschen attraktiv zu machen, auch für noch kirchenferne Personen.

Und so gingen die Frauen und Männer vier Stunden lang in kleinen Gruppen auf die Suche nach Fragen und potenziellen Antworten, wie die christliche Botschaft vor dem Hintergrund der schwindenden gesellschaftlichen Akzeptanz der Kirche wieder mehr in die Öffentlichkeit getragen werden, wie mehr Menschen erreicht werden können. Ein Spagat muss gewagt werden: Gläubige, die der Kirche verbunden sind, dürfen durch das Neue nicht verprellt werden.

Doch was ist das Neue? Die Teilnehmer diskutierten viele Aspekte in der erste Phase der Gruppenarbeit. Zwölf Themen kristallisierten sich für die zweite Phase heraus. Die Kirche unterbreite beispielsweise tolle Angebote, sagte Ria Flatten bei der Vorstellung der Überlegungen ihrer Gruppe. „Aber wie erreichen wir die Menschen außerhalb der Kirche?“ Und so will diese Gruppe auf ihrer Expedition Pfarrgemeinden aufsuchen, in denen Cafés und Foren erfolgreich umgesetzt werden.

Formen des Gottesdienstes

Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit neuen Formen des Gottesdienstes, will sich in Aachen oder Köln informieren. In der Stadt am Rhein gibt es auch ein kirchliches Jugendprojekt in einem Problemviertel, das seit Jahren erfolgreich betrieben wird. Außerdem gelte es generell, Jugendliche wieder mehr für die Kirche zu begeistern. Und warum sollte, regte ein Gruppe an, während des Gottesdienstes nicht über eine Predigt diskutiert werden können? Auch das Internet soll vermehrt genutzt werden, um die Angebote besser in die Öffentlichkeit zu transportieren. Menschen, die in Not sind, sollen besser erreicht werden. In einer Art „Briefkasten“ könnten Personen ihre Wünsche und Anregungen hinterlegen, die dann von der Gemeinde aufgegriffen werden.

Die Expeditionsteilnehmer werden nun in den nächsten Wochen und Monaten möglichst viele Informationen zu ihren Themen sammeln. Ende Januar 2017 wollen die Gruppen, zu denen jederzeit Interessierte stoßen können, im nächsten Zukunftsforum in der Marienkirche ihre Ergebnisse präsentieren und die weiteren Schritte einleiten. Klar war den Teilnehmern des Innovationsprozesses, dass die bereits in der Pfarrgemeinde aktiven Katholiken nicht überfordert werden dürfen mit den zusätzlichen Aufgaben, die der Innovationsprozess mit sich bringt. Aktuelle Angebote müssen möglicherweise zurückgefahren werden.

Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes erinnerte in seinem Schlusswort mit Blick auf den Innovationsprozess an das Gleichnis vom Senfkorn: „Trotz seiner geringen Größe kann es einen großen Baum wachsen lassen.“

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