Peter-Protschka-Quartett: Jazz in besonderer Spielfreude

Von: has
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Das Peter-Protschka-Quartett mit dem amerikanischen Tenorsaxofonisten Rick Margitza bot Jazz vom Feinsten. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Henner Schmidt und Oliver Mark von „Planet Jazz“ saßen auf heißen Kohlen. Der Konzertbeginn nahte, doch von den Akteuren des Abends war noch keine Spur. Ständige Blicke zur Uhr und Handykontakte brachten zwar keine Erleichterung, aber die Gewissheit, dass die Musiker aus Berlin anreisten.

Die wiederum hatten den Rückreiseverkehr erwischt und standen im Stau. Nach zehn Stunden war dann die Fahrt von der Spree zur Rur beendet. Knappe anderthalb Stunden vor Konzertbeginn – die Zeit zum Aufbau reichte so gerade, für einen Soundcheck hingegen nicht. So wurde das erste Stück zur Basis für das gesamte Konzert, in dem die Abstimmungen, Einsätze „lautlos“ abgesprochen und der Ton eingerichtet wurde. Zunächst wirkten die Mitglieder des Peter-Protschka-Quartetts, zu dem auch als besonderer Gast der großartige amerikanische Tenorsaxofonist Rick Margitza gehörte, etwas angeschlagen. Doch aus Müdigkeit und Abgespanntheit wurde mit jedem Ton ungeheure Spielfreude. Schier atemlos verfolgte das Publikum in der Evangelischen Gemeinde die kraftvoll energetischen aber auch lyrischen Soli.

Poesie durchflutete zeitweise den Raum, die dann unterbrochen wurde, wenn Peter Protschka seine Trompete in einem forschen, fast barschen Sound erklingen ließ, um dann wieder in gefällige Klanggewänder zu schlüpfen. Die Musiker malten in ihren Interpretationen und Improvisationen weitere Klangfarben vom expressiven Blues bis hin zu balladesken Stimmungen.

Ein Jazzabend, der geprägt wurde von Klangschönheit. Spielkultur und Klarheit blieben auch in ausdrucksstarken, großen musikalischen Momenten oder rhythmisch entfesselt wirkenden Abschnitten gewahrt. Es entwickelte sich ein wirkliches Highlight in der erfolgreichen „Planet Jazz“-Reihe, zu dem auch Martin Sasse am Piano mit seiner exzellenten Begleitung und seinen fein ineinander verwobenen Improvisationen beitrug. Geradliniger, swingender Rhythmus bestimmte das Konzert, das stilistisch im Post Bop anzusiedeln war. Und einen großen Teil zu diesem bemerkenswerten Konzertstunden trugen Bass und Schlagzeug bei.

Fast ein wenig in den Hintergrund gedrängt wirkte Bassist Martin Gjakonovski, der aber gekonnt das musikalische Geschehen voran trieb. Er wurde vorzüglich von einem Drummer unterstützt, der als junger Stern am deutschen Schlagzeughimmel gilt. Mit Tobias Backhaus gastierte einer der Besten im Westen. Sein Spiel gipfelte in einem Schlagzeugsolo, welches das Publikum erstarren ließ. Erst nach einer Weile löste sich die Spannung und mündete in tosendem Beifall. Sie bildeten die Basis, auf deren Grundlage Peter Protschka und seine Mitstreiter die musikalischen Themen in ihrer Originalität propagieren konnten und mit solistischen Darbietungen einen enormen, musikalischen Reiz setzten. Es war ein hochkarätig-berauschender Jazzabend, der die Sinne ansprach.

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