Düren - Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken: Seelenvolle Intensität

Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken: Seelenvolle Intensität

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Herzliches Auftreten und gewaltige Stimmen: die Schwarzmeer-Kosaken mit ihrem Chef Peter Orloff (5. von links) bei ihrem Auftritt in der Dürener Kirche St. Antonius. Foto: Hahn

Düren. Mütterchen Russland und Düren liegen eben doch nicht so weit von einander entfernt - zumindest für die mehr als anderthalb Stunden des Konzerts, das Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken in der Pfarrkirche St. Antonius im Grüngürtel gaben.

Dabei zeigte der in Deutschland geborene Sohn eines protestantischen Geistlichen nicht nur, dass er weit mehr als nur ein Schlagerstar unter vielen ist - mit den Mitgliedern des Ensembles entfaltete er die ganze Pracht der slawischen Vokalmusik.

Zwar konnte Orloff, von einer Erkältung in seinen künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, seinen rund 300 Zuhörern nicht mit der Pracht seiner Stimme erfreuen. Dessen ungeachtet aber enttäuschte der in Lemgo an der Lippe geborene Sänger, der heute mit seiner Ehefrau in Overath bei Köln lebt, keineswegs sein erwartungsfrohes Publikum. Eine Reihe von Solisten mit beeindruckenden Stimmen sorgten für einen Abend auf hohem Niveau. Doch damit nicht genug: Ein Multitalent aus den Reihen der Schwarzmeer-Kosaken entlockte seinem Akkordeon Klänge (zum Beispiel Bachs Toccata und Fuge), die auch und gerade Kenner staunen ließen.

„Wir wollen alles daran setzen, hier das beste Konzert unserer ganzen Tournee zu geben.” Nicht mehr und nicht weniger hatte Peter Orloff, als so genannter Ataman Vorsteher und Prinzipal seiner Kosaken, den Besuchern des Konzertes in St. Antonius versprochen. Der Sänger und seine Schar, allesamt akademisch ausgebildete Vokalisten russischer, ukrainischer und bulgarischer Herkunft, hielten Wort.

Zur vollen Zufriedenheit

Mit professionellem Engagement bei der Sache, füllten sie mit dem vollen Ton ihrer Stimmen die Kirche bis in deren letzte Winkel - zur vollen Zufriedenheit von Elke Meuser aus Buir, die als Vertreterin des Fanclubs von Orloff und den Schwarzmeer-Kosaken dieses Konzert in die Wege geleitet hatte, sowie von Pfarrer Josef Wolff, der sich unter die Zuhörer einreihte.

Noch etwas fiel auf: Peter Orloff, der Pastorensohn, spricht gerne vom christlichen Glauben, der ihm - Schlager hin, Showgeschäft her - wichtig ist. Darin bleibt er seinem Vater, dem Gründer des Ensembles, treu.

Kirchenmusik aus den Federn von Klassikern wie Dimitrij Bortnjanskij und Peter Tschaikowskij boten die Schwarzmeer-Kosaken nicht zu knapp, dargeboten mit jenem Grad von seelenvoller Intensität, der der Religion und dem Gebot zukommt. Und da die Weihnachtszeit noch nicht wirklich vorbei ist, boten die Gäste einige volkstümliche Klassiker der Saison wie zum Beispiel „Adeste fideles”.

Der zweite Teil des Abends gehörte dem Volkslied. Zu hören waren Titel wie das „Lied der Wolgaschlepper”, „Stenka Rasin” und „Die Legende von den zwölf Räubern”, dargeboten von Top-Solisten wie Orloffs Stellvertreter Stefan Arininskij, einem Mann mit einem Bass von glänzender Schwärze, und dem „Stern von Kiew”, Oleg Kuleschow.

An der Qualität und dem künstlerischen Einsatz gab es nichts auszusetzen. Und da die Zuhörer den Gästen mit anhaltendem herzlichen Beifall für ihren Besuch in der Kreisstadt dankten, wird es bis zu einem Wiedersehen wahrscheinlich nicht allzu lange dauern.
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