Düren - Peter Kraus hat den Hüftschwung noch drauf

Peter Kraus hat den Hüftschwung noch drauf

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Der ewig junge Peter Kraus sch
Der ewig junge Peter Kraus scheint aus den Jeans nicht herauszuwachsen. In der Arena zelebrierte er ein „Jugendfestival” für die reifere Generation mit Songs aus den 50er und 60er Jahren. Foto: Schmitz

Düren. Das Kreischen hatten sie noch nicht verlernt, als Deutschlands Antwort auf Elvis in der Arena Kreis Düren auftrat. Noch immer faszinierte es die weiblichen Fans, wenn der „Starschnitt” aus dem Jugendzimmer auf der Bühne zum legendären Hüftschwung ausholte. Nichts schien sich geändert zu haben.

Rank und schlank stand er da, älter geworden zwar, aber: „Noch immer in Jeans”. Peter Kraus, das Idol der Halbstarken von einst, der für die Republik den RocknRoll entdeckte. Er sorgte für ein wenig Aufmüpfigkeit bei der Jugend, die im Mief der Adenauer-Ära zu ersticken drohte, die ihren Spaß hatten, wenn die „Etablierten lautstark über die „Heulboje” schimpften.

So war die zweieinhalbstündige Show für das reifer gewordene Publikum Momente der Erinnerungen, an die Jugendliebe, an das erste Mal, an Jahre, die zu schnell vergingen. An Peter Kraus schien der nagende Zahn der Zeit nicht geknabbert zu haben. Unglaublich fit präsentierte sich der mittlerweile 73-Jährige, begeisterte mit Witz und Charme und kokettierte ob seines Aussehens kräftig mit seinem Alter. Seine Stimme klang wie immer, und mit einer Revue-Show begeisterte er die rund 1200 Zuschauer in der Arena.

Flott legte er los, griff bei der eingedeutschten Version von „Tutti Frutti” in die Saiten seiner Gretsch-Gitarre. Schon wandelte sich das Publikum, die starre Haltung wich beim „Jailhouse Rock”, die Lebhaftigkeit kehrte ein und manchem Enkelkind wäre vor Staunen die Zahnspange aus dem Mund gefallen, wenn sie gesehen hätten, mit welcher Leichtigkeit sich die Großeltern noch bewegen, wenn die Musik stimmt.

Seit 50 Jahren steht Peter Kraus auf der Bühne, und Düren war die letzte Station seiner erfolgreichen Deutschland-Tournee. In seiner Show schilderte er musikalisch seinen Erfolg, ließ auch nicht aus, wie er aus Sicht vieler Halbstarker aus dem „RocknRoll-Tiger ein Schmusekater wurde und die Fans mit Titel wie „Wenn Teenager träumen”, „Hula-Baby” oder „Sugar Baby” beglückte und mit „Schwarze Rose” sogar auf dem Walzerparkett landete.

Aus dem harten Jungen war ein Softie geworden, der als „Dauergast” in den damaligen Filmen und Schlagerfilmchen mitspielte und so Starruhm erlang. Die Revue spiegelte insoweit auch sein Leben wieder. In der ersten Hälfte mimte er den RocknRoller mit seiner unglaublich starken Band im Rücken, spielte die rockigen Sachen jener Jahrzehnte, ließ die Musik internationaler Größen aufleben. Nach der Pause wurde es merklich ruhiger.

Der Schlager regierte, und als Komiker riss Kraus nicht jeden vom Sitz. Der Star zollte dem Show-Tempo ein wenig Tribut, gönnte sich kleine Pausen. Die Lücken füllten überambitionierte Tänzerinnen und Tänzer, eine Assistentin, und Sohn Mike Kraus, bei dessen Song „Der Kosmos brennt” man am liebsten den Feuerlöscher geholt hätte. Ein Erlebnis hingegen war der Auftritt des anderen Revue-Gastes Andy Lee Lang.

Der Österreicher entpuppte sich als begnadeter Boogie Woogie Pianist. Furios war das Finale der Revue. Bei Titeln wie „Don´t worry, be happy” feierte das Publikum die Darsteller.
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