Peter Groß zeigt den Politikern die Gelbe Karte

Von: Franz Sistemich
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Peter Groß hat Stunden am PC verbracht, um die Kosten, die den Vereinen bei der Pflege der Sportplätze entstehen, zu ermitteln. Foto: sis

Untermaubach. Peter Groß sagt klipp und klar: „Ich erwarte, dass die Politik doch noch den Beschluss fasst, die Pflegekostenzuschüsse auf 55.000 Euro zu erhöhen und der Verteilung nach dem Schlüssel des Gemeindesportverbandes zustimmt.”

Peter Groß ist Vorsitzender des Gemeindesportverbandes in Kreuzau. Ihn haben die Beschlüsse des Rates verärgert, die die Erhöhung der Pflegekostenzuschüsse um rund 10.000 Euro verhinderten. Deshalb hat Groß die Klubs angeschrieben. Sie sollen die Sportlerehrung der Kommune Kreuzau nutzen und ihren Unmut über die ablehnenden Voten der Politik kundzutun. „Ich werde”, kündigt der Untermaubacher an, „während meiner Begrüßungsrede schon deutliche Worte finden.”

Als Vorsitzender der Maubacher Fortuna war Groß einer der Initiatoren der Pflegekostenzuschüsse. 1997 bereitete die Dränage des Sportplatzes am Weißenberg den Fortunen erhebliche Sorgen. „Der Platz glich einem Fischgrätenmuster, nachdem die Dränage abgesackt war”, erinnert sich der Pensionär. Doch die Kommune sah sich aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, den Missstand zu beheben. Verhandlungen folgten. Die Lösung: Fortuna pachtete Platz und Vereinsheim an, nahm einen Kredit auf, sanierte den Platz. Der Klub sorgte seitden selbst für die Pflege des Platzes und erhielt von der Gemeinde einen Zuschuss.

Die Kommune sparte einerseits die Mehrwertsteuer, andererseits zahlte sie nur 70 Prozent des Betrages ohne Mehrwertsteuer. „Und zwei Jahre später wurde dieses Maubacher Modell den anderen Klubs angetragen.” Einige mauerten zwar zunächst, später sahen sie die Vorteile aber auch ein. Einziges Problem: Die Kosten stiegen, die Zuschüsse aber nicht. Rund 45000 Euro zahlt die Kommune seitdem an die Fußballklubs und den TV Germania Obermaubach mit seiner Leichtathletikabteilung.

Die Konsequenzen ziehen

„Aber gerade in den vergangenen Jahren sind die Kosten enorm gestiegen”, betont Groß die Notwendigkeit der Erhöhung, die durch die Kündigung des Vertrages mit der Gemeinde Kreuzau durch Windens VfVuJ auf die Tagesordnung kam - obwohl laut Vertrag Anpassungen vorgesehen waren.

Als das Thema in die politischen Gremien kam, stellte die Politik schnell die Frage, welche Kosten überhaupt anfielen. Peter Groß machte sich an die Arbeit. Er erstellte einen genauen Fragebogen, verschickte ihn an die Vereine und stellte nach Auswertung der Antworten fest: 50.750 Euro gaben die Vereine 2008 für die Pflege der gemeindeeigenen Sportplätze aus. Und prognostiziert würden sie in fünf Jahren rund 87.000 Euro ausgeben.

„Wenn die Gemeinde mit diesen Arbeiten einen Fachbetrieb beauftragen müsste, müsste sie pro Platz und Jahr knapp 17.000 Euro ausgeben”, ermittelte der Vorsitzende des Sportverbandes, der in der vom Sportausschuss und vom Hauptausschuss genehmigten Erhöhung auf 55.000 Euro einen Kompromiss sieht, mit dem die Vereinen leben können.

Dies verhält sich auch mit dem Verteilungsschüssel so. Er berücksichtigt die unterschiedlichen Größen der Plätze, ihre Art (ob Hauptplatz oder Trainingsplatz), Nebenflächen oder Aschenbahnen. Groß verteidigt den Schlüssel auch gegen Kritik wegen der Plätze in Bogheim und Leversbach: „Bogheim ist ein öffentlicher Bolzplatz, für den auch eine Verkehrssicherungspflicht besteht.”

So gibt es für Groß keinen Grund für die Politik, die Erhöhung zu versagen und dem Verteilungsschlüssel nicht zuzustimmen. Wenn sich doch nichts ändert, sagt Groß, „sollten die Vereine die Konsequenzen ziehen und die Verträge kündigen und die Pflege einstellen.”
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