Peter Borsdorff und das Buch vom Laufen

Von: ah
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In Peter Borsdorffs Bücherregal stehen auch Tagebücher, die seine sportlichen Aktivitäten dokumentieren. Foto: Holgersson

Düren. Es ist ein Buch, das das Leben des für seine Spendenaktion „Running for Kids“ bekannten Peter Borsdorff (73) komplett verändert hat. Das war im Jahre 1981, kurz nachdem sein Hausarzt ihm, damals 100 Kilo schwer und starker Raucher, eröffnet hatte, dass er – wie sein Vater – mehrere Herzinfarkte erleiden würde, wenn er nicht Sport treibt.

Dessen „Jung, do muss laufe jon“ klang ihm noch in den Ohren, als er zu dem Ratgeber „Das komplette Buch vom Laufen“ von James Fuller Fixx griff, der damals als der Papst des Langstreckenlaufs galt. Der amerikanische Autor beschrieb die Vorteile des Laufens darin so mitreißend, dass es in den USA eine regelrechte Laufwelle auslöste.

Auch Peter Borsdorff motivierte das Buch zum Joggen: „Ich habe es regelrecht verschlungen und greife es mir auch heute immer noch aus dem Bücherregal. Es hat nicht nur mein Leben umgekrempelt, sondern schenkt mir bis jetzt Lebensqualität.“ Neben diesem und vielen weiteren Büchern über das Laufen finden sich im Bücherregal von Peter Borsdorff so einige Reiseführer. Auch die haben mit dem Laufen zu tun. Es sind Bücher über Städte und Länder, in denen er mit seiner vor elf Jahren verstorbenen Frau Doris an Marathonläufen teilgenommen hat. Das Hobby, das sie aus Liebe mit ihm teilte, führte sie nach New York, London, Lissabon und Malta.

Im Bücherregal von Peter Borsdorff finden sich auch selbst verfasste Tagebücher. Sie dokumentieren jeden der mittlerweile 110 000 Kilometer, die er seit 1981 gelaufen ist. Zunächst für sich, später – mittlerweile seit 22 Jahren – für die von ihm ins Leben gerufene Aktion „Running for Kids“, von deren Erfolgen sein Bücherregal auch erzählt. Es trägt Dutzende Stofftiere, selbst gemalte Herzen, eine Colaflasche mit der Aufschrift „Held“ und andere Geschenke von Kindern und Eltern, denen er über die Jahre helfen konnte.

Alleine in 2016 überbrachte er bislang 175 Spenden an kranke oder benachteiligte Kinder. Die Dokumentation aller Spendeneinnahmen und -ausgaben findet sich ganz unten im Bücherregal. Neben Ratgebern und Dokumentationen zum Thema Laufen mag Borsdorff auch Sachbücher über Themen, die ihn besonders interessieren. Wie zum Beispiel das Phänomen der Mafia.

Anfang der Sechziger Jahre hielt er sich beruflich ein Dreivierteljahr in Italien auf. Er bemerkte, dass die Mafia als eine Art Parallelgesellschaft auf, wie er sagt, „nebulöse Art im Alltag präsent“ war, ihm, als dem Fremden, aber nicht zugänglich. Bis heute spürt er diesem Phänomen daher gerne in Büchern nach. Aktuell liest er Bill Brysons „Sommer 1927“. Lesen ist für Borsdorff ein (fast) allabendliches Ritual, das er nicht missen will.

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