Paul Panzer: Geschichten von Bolle, Hilde und Susaskas Torben

Von: Kevin Teichmann
Letzte Aktualisierung:
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Einer, der schon mal mit der Tür ins Haus fällt: Stand-Up-Comedian Paul Panzer begeistert über 2000 Zuschauer in der Arena Kreis Düren.

Düren. Wenn Dieter Tappert in seinen Geburtsort zurückkehrt, dann bewegt das die Massen. Dieter wer? Dieter Tappert. Besser natürlich unter seinem von Sprachfehlern durchzogenen Pseudonym Paul Panzer bekannt. Der Stand-Up-Comedian, stets mit Blümchenhemd ausgestattet, war Samstag wieder zu Gast in der Arena Kreis Düren.

Er stolzierte in seinem Programm „Invasion der Verrückten“ schlaksig bis tollpatschig wie eh und je über die Bühne. Natürlich gab er wieder die neuesten Gegebenheiten um seinen Sohn Bolle, seine Frau Hilde oder seine Tochter Susaska zum Besten. Allerdings machte sich Panzer auch tiefschürfende Gedanken über den Geisteszustand seiner weiteren Mitmenschen. „Wir haben alle einen Dachschaden. Die Frage, die uns unterscheidet, ist doch eigentlich nur: wie stark regnet es hinein?“

Philosoph Panzer

Auf seiner anthropologisch-philosophischen Reise überlegte er witzelnd: „Der Mensch ist so weit gekommen, und hat doch so viel Angst. Es gibt Tausende Ängste und jede einzelne Angst hat einen Namen – na klar, wir sind ja auch in Deutschland.“ Von recht geläufigen Ängsten wie Klaustrophobie – im Volksmund bekannt als Platzangst – oder Arachnophobie – Angst vor Spinnen – bis hin zu so „absurden Ängsten“ wie Anatidaephobie: „Das ist die Angst, von Enten beobachtet zu werden – wir Menschen ticken doch nicht mehr sauber.“

Seine Schwiegermutter Emilia habe übrigens auch eine Phobie: „Emilia hat Angst zu sterben und doch nicht tot zu sein, sondern im Sarg wieder aufzuwachen.“ Und Panzer gestand sogleich: „Dass das bei ihr passieren könnte – davor habe ich allerdings auch Angst.“ Nachdenklich fügte er an: „Ich glaube nicht, dass alles nur Bio und Chemie ist. Das kann nicht alles sein.

Exitus heißt ja auch nicht Ende, sondern Ausgang. Der Tod kann also nicht das Ende sein.“ Und so nahm er das Publikum mit auf eine Reise durch den Kreislauf des Lebens. Zu Beginn sei man nur ein kleiner Klumpen Bio-Masse: „Vorne kommt Brei rein, hinten kommt Brei raus – nur die Farbe ist anders.“ Und „wenn es gut läuft, schaffen wir es in den Ü-80-Bereich“, grinst Panzer.

Derzeit habe er allerdings auch mit genügend anderen Dingen zu kämpfen – so zum Beispiel mit dem neuesten Freund seiner Tochter Susaska: „Torben. Torben. Ich meine... wer heißt schon Torben?!“ Just in diesem Augenblick meldete sich ein junger Mann in der dritten Reihe und Panzer schob verwundert hinterher: „Du heißt Torben? Nicht dein Ernst. Das tut mir leid – du bekommst dein Geld zurück.“ Der von Panzer wenig geliebte Partner seiner Tochter sei ihm überhaupt nicht sympathisch, erklärte er selbstironisch: „Der hat auch noch so einen komischen Sprachfehler. Ich hasse Typen mit Sprachfehlern.“

Der Komödiant geht den Dingen nun einmal gerne auf den Grund. Ein Beispiel gefällig? „Es gibt ja dieses Programm auf dem Handy, dieses Lieferheld. Das habe ich mal getestet. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis es hagelte“, fing Panzer eine weitere Erzählung an und machte in Hinblick auf das Extremwetter klar: „Wenn ich teste, dann richtig. Der Typ auf dem Roller ist auch tatsächlich gekommen. Verbeultes Moped, verbeulter Helm – und ich hab die Türe nicht geöffnet. Ich wollte ja nur wissen, ob das wirklich klappt – und ja, es funktioniert.“

In Blödeleien verstrickt

Im Laufe des Abends verstrickte sich der Komiker auch in Blödeleien „rund“ um seine Körperfigur. Selbstverständlich wurde er vom Publikum ausgelacht. Patzig sagte er: „Toll – und sowas nennt man Heimat!“ Die Zuschauer lachten umso mehr. So zum Beispiel Tanja Schlesiger-Krichel aus Heinsberg: „Ich habe Tränen gelacht. Es war ein toller Abend. Paul Panzer habe ich zum ersten Mal live gesehen. Es war so schön, ich werde meinem Mann und meinem Sohn einen weiteren Panzer-Auftritt zu Weihnachten schenken!“

Auch Melanie und Oliver Bähren aus Bedburg waren begeistert: „Er nimmt das auf, was das Publikum bietet. Paul Panzer ist sehr authentisch und menschlich geblieben. In vielen seiner Geschichten erkennt man sich wieder.“ Über 2000 Menschen sahen in der Arena Kreis Panzer live.

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