Paten-Projekt: Ehrenamtler unterstützen Familien

Von: Christina Handschuhmacher
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Gemeinsam spielen, spazieren g
Gemeinsam spielen, spazieren gehen oder backen: Familienpatin Sonja Hallmanns sind ihre Schützlinge Anamira (links) und Bella-Mercy sehr ans Herz gewachsen. Foto: Handschuhmacher

Düren. Den großen blauen Kinderaugen konnte Sonja Hallmanns nicht widerstehen. „Wer begleitet mich bei meinen ersten Schritten?” war auf dem Plakat zu lesen.

„Ich hatte die Werbung für die Familienpatenschaften im Bus gesehen und war direkt begeistert”, erinnert sich die 30-Jährige. Nun begleitet sie die neun Monate alte Bella-Mercy und die fast zweijährige Anamira ehrenamtlich zweimal in der Woche bei ihren ersten Schritten in Düren.

Spazieren gehen, Spielplatzbesuche, Sprachförderung, aber auch Backen - die Familienpatin und ihre Schützlinge unternehmen viel gemeinsam. „Kinderfreie” Zeit, die Mutter Bella Buta gut nutzen kann, um „die Dinge zu erledigen, die sonst oft liegen bleiben”, wie sie sagt. Mit vier Kindern - der elfjährige Amos und der achtjährige Onxy komplettieren Familie Buta - bleibt für Haushalt, Kochen, Wäsche waschen, Fenster putzen kaum Zeit.

Zusammengebracht hat die beiden Frauen das Familienpaten-Modell des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Seit knapp vier Jahren führt das Projekt Familien, die sich Unterstützung im Alltag wünschen, und engagierte Ehrenamtler zusammen. 22 Paten - zwischen 30 und 77 Jahre alt - sind derzeit im Südkreis Düren aktiv und greifen 25 Familien ein- bis zweimal pro Woche unter die Arme.

25 weitere Familien stehen noch auf der Warteliste von Projekt-Koordinatorin Vera Mergenschröer (siehe „Hilfe gesucht”). „In Düren leben viele Familien mit Migrationshintergrund und sehr viele Alleinerziehende”, sagt Vera Mergenschröer. „Die Paten sind aber keine Haushaltshilfen oder abendliche Babysitter”, betont die SkF-Mitarbeiterin. Vielmehr sollen sie Kontakt zur Familie haben, sie entlasten, ihr ein Stück Zeit schenken.

Während des Einsatzes sind die Paten unfall- und haftpflichtversichert, auch Fortbildungen etwa in „Erster Hilfe” und ein regelmäßiges Patentreffen bietet der SKF. Vera Mergenschröer begleitet den ersten Kontakt zwischen dem Paten und der Familie. „Die Chemie muss stimmen”, sagt sie.

Die stimmte auch bei Bella Buta und Sonja Hallmanns. Die 33-Jährige aus Angola und die gelernte Sozialhelferin aus Berzbuir waren sich direkt sympathisch. Die vierfache Mutter hat keine Verwandten vor Ort, ihr Mann ist den ganzen Tag auf der Arbeit. Bei der Schwangerschaftsberatung hörte sie dann von dem Paten-Modell.

„Meine Jüngsten sind nur zehn Monate auseinander, das ist fast als ob man Zwillinge hat.” Für Unterstützung und Entlastung sorgt seit sechs Monaten Sonja Hallmanns. Das Ehrenamt - für sie eine Selbstverständlichkeit: „Mich haben früher viele Menschen unterstützt, das will ich hier ein Stück zurückgeben.”

Für Bella Buta ist die Familienpatin eine angenehme Entlastung. Für Sonja Hallmanns etwas, das ihr große Freude bereitet. Mittlerweile ist zwischen den Frauen eine Freundschaft entstanden. Die Familienpatenschaft - eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Zuständig beim Sozialdienst katholischer Frauen ist Koordinatorin Vera Mergenschröer. Sie ist erreichbar per E-Mail an mergenschroeer@skf-dueren.de oder unter der Telefonnummer 02421/2843158.
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