Partyverbot führt zur Evivo-Leidenschaft

Von: Franz Sistemich
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Muss dieses Mal vielleicht als Zuspieler auflaufen: Evivos Außenangreifer Andrew John Nally wird im Fall des Fall des Falles den verletzten Steller Ciaran McGovern vertreten müssen. Foto: jan
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Meike Bergs durfte einst nicht zu einer Fete, fuhr deshalb zu einem Heimspiel von Evivo. Der Beginn einer Leidenschaft. Foto: sis

Düren. Eigentlich wollte sie vor gut zehn Jahren nach Aachen auf eine Fete. Doch die Eltern verboten die Fahrt in die Kaiserstadt. Guter Rat war teuer: Was sollte ein 17-jähriger Teenager mit dem Samstagabend anfangen? Eine Freundin wusste Aushilfe: „Dann bin ich halt mit ihr zu Evivo Düren gefahren“, erinnert sich Meike Bergs und lacht. Damals schmetterten die Dürener noch in der Sporthalle des Burgau-Gymnasiums.

An jenem Samstag hieß der Gegner VfB Friedrichshafen. Die Burgau-Halle war brechend voll, die Fans verwandelten sie stimmungstechnisch wieder einmal in eine Hölle. Es war also sehr voll, sehr laut und sehr warm. Evivo verlor auch noch 0:3. Doch Dürens Volleyballer kämpften leidenschaftlich. Und entfachten so die Leidenschaft von Meike Bergs zu Sportart, Team und Verein.

Seitdem hat die junge Dürenerin Spiele Evivos nur verpasst, wenn sie aus Studiengründen im Ausland weilte oder wichtige Klausuren schreiben musste: „Das Evivo-Fieber hat mich und ein Jahr später meine Eltern und meine Schwester nicht mehr losgelassen.“

Und so fiebert die nun 27-Jährige auch dem Saisonauftakt am Mittwoch entgegen. Um 20 Uhr empfängt Düren den Aufsteiger RWE Volleys Bottrop in der Arena Kreis Düren.

Aus zwei Gründen ist die angehende Referendarin, die in Essen Englisch und Chemie studiert hat, aufgeregt: Zum einen, weil auf Dürener Seite die beiden Zuspielern Evan Barry und Ciaran McGovern sowie Außenangreifer Matthias Pompe verletzt sind.

Zum anderen aber auch weil, weil erst kurz vor Partiebeginn beim Ruhrpott-Team feststehen wird, welcher Akteur denn nun überhaupt spielberechtigt ist. Und dies ist für Meike Bergs nicht nur als Fan wichtig, sondern auch, weil sie zu jedem Heimspiel das „Netzgeflüster“ schreibt, das vor den Partien in der Arena verteilt wird und in dem sie die neuesten Informationen zu Evivo und dem Gegner liefert und die Fans auch emotional einstimmen will.

Bei ihrem ersten Besuch hat sie hinter den Moskitos gesessen, wenig später schloss sie sich ihnen, zählt heute immer noch zum engagiertesten Kern des Fanclubs. Bestimmte Spiele, bestimmte Szene haben sich trotz der unzähligen Evivo-Spiele, die sie gesehen hat, in ihrem Gedächtnis festgesetzt.

So der erste Sieg in Wuppertal, als der damalige Libero Till Lieber mit einem Verlegenheitsball für Jubelstürme sorgte. So die Fahrt ins Bergische, als die Scheiben des Wagens von innen zufroren.

Die Pokalendspiele in Halle/Westfallen gehören ebenso zu den unvergessenen Höhepunkten wie auch die (persönlichen) Freundschaften mit anderen Fanclubs: „Besonders mit den Berlinern und anderen Ostdeutschen verstehen wir uns sehr gut.“ Und mit denen aus dem Süden? Meike Bergs lächelt...

Trotz aller Rivalität eint alle die Faszination Volleyball: „Das ist Sport auf sehr hohem Niveau, in dem auch der Kopf sehr gefordert ist, in dem sechs Leute perfekt harmonieren müssen und sich keiner eine Sekunde lang ausruhen kann.“

Meike Bergs schwärmt von der Eleganz und Kraft, von der Disziplin und der Koordination, die zu Volleyball gehören. Und von den Spielern, die zu Identifikationsfiguren werden können. Einst zählte Mittelblocker Malte Holschen zu ihnen. Jetzt könnte Außenangreifer AJ Nally zur Symbolfigur des Dürener Volleyballs werden.

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