Düren - Parken, wo gebaut wird: Im Zweifel kommt der Abschleppwagen

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Parken, wo gebaut wird: Im Zweifel kommt der Abschleppwagen

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Am Haken: „Abschleppen ist immer das letzte Mittel”, heißt es aus dem Dürener Ordnungsamt. Foto: ddp

Düren. Eines Morgens war das Auto verschwunden. Kaum verwunderlich, dass die Überraschung einer DZ-Leserin groß war. Viel größer ist nun ihr Ärger, nachdem die Ursache des Verschwindens geklärt ist: Das Auto wurde abgeschleppt.

Weil sie wegen einer Krankheit das Bett nicht verlassen konnte, schreibt unsere Leserin, hat sie auch nicht mitbekommen, dass entlang der Stürtzstraße Parkverbotsschilder montiert worden sind.

Die dort ausgewiesene Frist zum Umparken von drei Tagen verstrich, die Bauarbeiter rückten an, das Abschleppunternehmen ebenso. Und ihr auf einem Bewohnerparkplatz stehendes Auto verschwand. „Dürfen die das?”, lautet nun die Frage. Eine Frage, die in einer Stadt, in der derzeit an allen Ecken gebaut wird, von allgemeinem Interesse sein dürfte.

Die Gesetzgebung in solchen Fällen ist klar, die Antwort lautet: Ja, das Abschleppen ist erlaubt. Auch von einem ausgewiesenen Bewohnerparkplatz. Bei Baustellen aber auch bei Umzügen müssen mindestens drei Tage vor Beginn die Halteverbot-Zeichen aufgestellt werden, in Einzelfällen sind auch kürzere Fristen von bis zu einem Tag möglich.

„Abschleppen ist allerdings immer das letzte Mittel”, betont Franz Hompesch, stellvertretender Leiter des Dürener Ordnungsamtes. Das Prozedere sieht vor, in solchen Fällen zunächst den Halter zu ermitteln und zu versuchen, telefonisch oder persönlich Kontakt aufzunehmen. Dies sei auch im geschilderten Fall geschehen, ohne Erfolg. „Bei einer Baustelle schauen wir immer, ob das Auto in dem Bereich steht, in dem am betreffenden Tag gebaut werden soll”, sagt Hompesch. So könne auch schon einmal ein Tag darauf verwendet werden, den Halter zu kontaktieren. Oft bleibe diese Zeit aber nicht, gehe der Autofahrer nicht ans Telefon oder sei nicht anzutreffen. Zumal vorher ja bereits eine Frist gesetzt wurde, die verstrichen ist.

Die Entscheidung, ein Fahrzeug abzuschleppen, sei immer auch eine Abwägungssache. Oder in Amtsdeutsch formuliert: Vor dem Abschleppvorgang ist immer eine Abwägung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Interesse erforderlich. „In diesem konkreten Fall hätte der Stillstand der Bauarbeiten hohe Kosten verursacht, die die Allgemeinheit hätte zahlen müssen”, sagt Hompesch. Das Abschleppen des Wagens sei daher für den Besitzer zumutbar gewesen.

Der stellvertretende Amtsleiter appelliert an alle Halter von Kraftfahrzeugen, regelmäßig zu prüfen, ob der Parkplatz überhaupt noch als Parkplatz zu nutzen ist, und die Beschilderung im Auge zu behalten. Bei Urlaub oder Krankheit sei es empfehlenswert, beispielsweise einen Bekannten mit dieser Aufgabe zu betrauen und ihn zu bevollmächtigen, notfalls das Auto umzuparken. Hompesch: „Wer mit der Bahn in Urlaub fährt, denkt daran, dass die Blumen gegossen werden müssen. An das Auto denkt niemand.”

In der amtlichen Statistik ist die Zahl der abgeschleppten Wagen überschaubar: 2009 waren es 27 Fahrzeuge, in diesem Jahr bisher 16. Die Abschleppkosten betragen 107,10 Euro werktags und 119 Euro an Sonntagen. Hinzu kommen ein Verwarnungsgeld von 25 Euro und acht Euro Standkosten pro Tag. Das Ordnungsamt informiert stets die Polizei und hinterlässt dort auch den Stellplatz des Autos. Die Erfahrung lehre: Wer sein Auto vermisst, ruft zuerst bei der Polizei an.
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