Papiermuseum soll zu einer der ersten Adressen werden

Von: Jörg Abels
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Architektonisch kein Meisterwerk: Das Papier- museum soll umgebaut, erweitert und auch optisch stärker an das Leopold-Hoesch-Museum angegliedert werden. Zudem sollen inhaltlich neue Akzente gesetzt werden. Foto: Jörg Abels

Düren. Die Bedeutung des Papiers für die Papiermacherstadt Düren soll in Zukunft stärker herausgestellt werden. Das ist eines der fünf Leitbilder im laufenden Masterplan-Prozess. Was liegt da näher, als auch noch einmal den Fokus auf das Papiermuseum zu werfen, das zwar 2015 bereits sein 25-jähriges Bestehen feiert, in der öffentlichen Wahrnehmung aber nicht nur ob seiner Lage ein Schattendasein hinter dem Leopold-Hoesch-Museum fristet.

„Die räumliche Situation entspricht einfach nicht mehr der aktuell gängigen Museumspraxis“, sieht Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann dringenden Handlungsbedarf. Seit Jahren arbeitet sie daher an einer inhaltlichen und baulichen Neuausrichtung, die sich architektonisch auch mit der Fassadengestaltung besser an das Leopold-Hoesch-Museum angliedert, und jetzt Gestalt annimmt.

„Wir wollen in Deutschland eine der ersten Adressen rund ums Papier werden“, kündigt Bürgermeister und Kulturdezernent Paul Larue eine Neugestaltung und Erweiterung des Papiermuseums an. Ein architektonischer Vorentwurf im Auftrag des Museumsvereins sieht Investitionen von bis zu drei Millionen Euro vor. Nach der Vorstellung des Entwurfs im Verwaltungsvorstand spricht Larue – ohne vor einer ersten Beratung der Pläne im Kulturausschuss am 19. März ins Detail gehen zu wollen – von einer „überzeugenden Präsentation“. Er weiß aber auch, dass die Investitionssumme ambitioniert ist. „Wir sind in der Verwaltung, aber auch im Museumsverein überzeugt, an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch Einsparpotenzial zu finden.

Die Stadt hat im Doppelhaushalt 2014/2015 schon einmal 300.000 Euro für das Papiermuseum vorgesehen. Das heißt: Der Rest der benötigten Mittel muss über Stiftungszuwendungen, Spenden und aus Reihen der Industrie kommen.

Und dabei setzt Larue seine Hoffnungen nach ersten Gesprächen nicht nur auf lokale Akteure. „Es gibt in Deutschland drei nennenswerte Papiermuseen: in München, Bergisch-Gladbach und eben in Düren“, stellt der Bürgermeister fest. „Daher haben wir die Hoffnung, bundesweit Partner für das Projekt zu finden.“

Erweiterung und Ausbau sollen im Bestand des ehemaligen Tankstellen- und Garagenbetriebs erfolgen. Zusätzliche Flächen sollen nicht in Anspruch genommen werden, erklärt Larue mit Blick auf den Bebauungsplan, der eine Ausdehnung ausschließt. Insbesondere eine architektonische Überarbeitung des bisherigen Hofsbereichs würde aber zu einer Verdopplung der bisherigen Ausstellungsfläche führen. Dazu sollen aber auch Bibliotheks- und Seminarräume kommen, in denen wissenschaftlich rund ums Papier gearbeitet werden kann.

Auch die Ausstellung soll überarbeitet und ergänzt werden, kündigt Larue an. Sie setzt bislang vor allem den Schwerpunkt auf die traditionell-handwerkliche und modern-industrielle Form der Papierherstellung. Neue Fertigungsmethoden sollen künftig ebenso berücksichtigt werden wie die Papierverarbeitung.

Weitere Aspekte sind dem Bürgermeister darüber hinaus wichtig: Zum einen sollen die Betriebskosten wie schon beim Leopold-Hoesch-Museum und beim Rathaus gesenkt werden, zum anderen soll die Sammlung möglichst barrierefrei auch für schwerbehinderte und blinde Besucher zugänglich sein. Wie bisher soll sie Kinder und Jugendliche ansprechen, aber von Anfang an mehrsprachig ausgerichtet sein, um der geografischen Lage Dürens im Dreiländer-Eck gerecht zu werden und der Tatsache, dass die Dürener Papierindustrie extrem exportorientiert ist.

Sollten die Pläne bei der Dürener Politik auf Zustimmung stoßen – und davon geht Larue aus – könnte der neu gewählte Stadtrat am 1. Oktober eine Grundsatzentscheidung treffen. Voraussetzung sei allerdings, dass bis dahin das Finanzierungskonzept stehe. Nach ersten Gesprächen ist Larue durchaus optimistisch. Und sollte am Ende noch eine Finanzierungslücke offen sein, „werde ich dafür plädieren, das Projekt daran nicht scheitern zu lassen“.

Der Bürgermeister geht dann von einer Bauzeit zwischen zwölf und 18 Monaten aus, je nachdem wie der endgültige Entwurf aussehen wird. „Ziel ist es aber, die Zeit der Schließung so kurz wie möglich zu halten.“

Das 25-jährigen Bestehen des Papiermuseums soll 2015 gebührend gefeiert werden. Bürgermeister Paul Larue kündigt ein „Jahr des Papiers“ an, unter anderem mit einem Papiermachermarkt und Papierkunst-Ausstellungen im Hoesch-Museum.

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