Papierhersteller: Mit duftenden Produkten neue Kunden gewinnen

Von: Jörg Abels
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Marketing-Leiter Richard Sälzer präsentiert die neueste Errungenschaft des Dürener Spezialpapierherstellers Reflex: duftendes Papier. Foto: Abels

Düren. Papier kann man sehen, anfassen und zumindest beim Zerreißen und Knüddeln auch hören. Mit seiner neuesten Entwicklung spricht der Dürener Papierhersteller Reflex jetzt aber auch den Geruchssinn an: Papier, das individuell nach den Wünschen des Kunden duftet – weihnachtlich, blumig oder wie das eine oder andere bekannte Parfüm. Alles ist denkbar.

„Der Geruchssinn schläft nie“, erklärt Reflex-Marketingleiter Richard Sälzer. „Gerüche wirken direkt auf den Teil des menschlichen Gehirns, der Emotionen verarbeitet, und bleiben daher in guter Erinnerung.“ Ein Phänomen, das sich immer mehr Markenunternehmen zu nutzen machen, um beim Kunden in guter Erinnerung zu bleiben. „In der Automobilindustrie und in einigen Kaufhausketten ist das schon seit Langem gang und gäbe“, betont Sälzer. „Auch ein führendes deutsches Unternehmen aus dem Bereich der Telekommunikation denkt derzeit über einen eigenen Firmenduft nach.“

Und genau diese Firmen will Reflex mit seiner neuen Kreation „Purescent“ nun als Kunden gewinnen. „Duft eröffnet eine ganz neue Dimension, eine zusätzliche Form der Kommunikation ohne Worte“, ist Sälzer überzeugt. Er kann sich dabei die verschieden-sten Anwendungen vorstellen, beispielsweise die Pralinenpackung, in der das Papier schon beim Öffnen einen angenehmen Schokoduft verbreitet.

Denn, und das ist das Besondere an der Reflex-Neuentwicklung: Der Duft muss nicht wie bei anderen, bereits auf dem Markt erhältlichen Produkten, auf dem Papier „freigerubbelt“ werden. „Er wird bei Kontakt mit Luft automatisch freigesetzt“, erklärt Richard Sälzer ein Prinzip, das selbst bei bedruckten Papieren sehr gut funktioniere. Immer und immer wieder – „je nach Art des Duftes sicher ein bis zwei Jahre lang“. Vorausgesetzt, es wird regelmäßig wieder in der mitgelieferten Schutzhülle verstaut. Und auch dafür hat Reflex ein Produkt aus eigener Herstellung im Angebot: Transparentpapier. „Das ist besser geeignet als Kunststoff“, erklärt der Fachmann. Die im Kunststoff enthaltenen und sich mit der Zeit lösenden Weichmacher würden das Dufterlebnis beeinträchtigen. Das sei beim Transparentpapier nicht der Fall.

Dass Düfte auch ein Risiko in sich bergen, weil Menschen nun einmal unterschiedlich auf den einen oder anderen Geruch reagieren, ist den Papiermachern bewusst. „Daher darf der auf dem Papier aufgebrachte Duft auch nie aufdringlich sein“, erklärt Sälzer. „Er sollte immer im Hintergrund wirken.“

Rund zwei Jahre lang hat Reflex an der Neuentwicklung und der Suche nach einem geeigneten Basispapier getüftelt. Dabei kommt der von externen Lieferanten gemischte Duft nicht etwa schon an der Papiermaschine ins Produkt. Er wird erst in einem weiteren Arbeitsschritt in einer speziellen Verbindung aufs Papier aufgebracht. Wie genau das geschieht, ist natürlich ein gut gehütetes Firmengeheimnis.

Vom 30. Januar bis 2. Februar wird Reflex seine Neuheit auf der „Creativeworld“, einer der weltweit wichtigsten Fachmessen, in Frankfurt am Main erstmals einem breiten Fachpublikum vorstellen. Schon die bloße Ankündigung aber hat bereits großes Interesse geweckt, freut sich Richard Sälzer.

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