Papierfabrik Reflex: Strategischer Schritt für den weiteren Ausbau

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
11973844.jpg
Mit Volker Schulz (l.) und Dr. Karl Gerold vom Magdeburger Energiedienstleister Getec freute sich Reflex-Geschäftsführer Hariolf Koeder (r.) am Mittwoch über die offizielle Inbetriebnahme der neuen Dampferzeugungsanlage, die Reflex in den kommenden zehn Jahren versorgen wird. Foto: Abels

Düren. Der Geschäftsbericht 2015 ist zwar noch nicht veröffentlicht, die wichtigste Botschaft aber wollte Reflex-Geschäftsführer Hariolf Koeder am Dienstag nicht verschweigen.

14 Monate nach der Übernahme durch ein privates Familienkonsortium und den Dürener Papierverarbeiter May + Spies schreibt die Papierfabrik Reflex an der Veldener Straße ungeachtet der Neustrukturierung schwarze Zahlen. In einem schwierigen Marktumfeld hat sich das Unternehmen behauptet. Das Geschäftsmodell mit einer Mehrsäulenstrategie, die auf Produkten aus verschiedenen Bereichen fußt, scheint zu tragen. „Auf dieses Ergebnis kann jeder Mitarbeiter stolz sein“, betonte Koeder.

Mehr noch: Das Unternehmen wird seinen Personalstamm bis April um fast 50 Prozent vergrößert haben. Waren es bei der Übernahme im Februar 2015 noch 64 Mitarbeiter, so werden es schon in wenigen Wochen 35 mehr sein, kündigte Koeder an, ab August wird Reflex auch wieder ausbilden.

Vor allem die Übernahme der Produktion von Transparentpapieren von der Firma Schoellershammer auf der modernisierten und im vergangenen Oktober nach zweijährigem Stillstand wieder in Betrieb genommenen Papiermaschine 4 entwickele sich vielversprechend. Und Koeder kündigte an, dass die Diversifikation weitergehen werde. Neben der Produktion von grafischen Papieren, Zeichen- und Künstlerpapieren, hochwertigen, ungestrichenen Etikettenpapieren und Produkten für technische Anwendungen werde Reflex schon in Kürze ein weiteres Geschäftsfeld übernehmen.

Eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Ausbau des Unternehmens wurde mit dem Bau einer neuen Dampferzeugungsanlage geschaffen, die am Dienstag feierlich eingeweiht wurde. Bislang wurde Reflex von der Firma Metsä Tissue mitversorgt, in Zukunft ist der Papierhersteller unabhängig. Koeder sprach von einem „wichtigen Meilenstein für die Zukunftssicherung des Unternehmens“ und einem neuerlichen Signal der Gesellschafter, sich langfristig bei Reflex engagieren zu wollen.

Den Zuschlag für die Planung, den Bau und den Betrieb der Dampferzeugung im Rahmen eines sogenannten Contracting-Modells hatte die Magdeburger Firma Getec erhalten, die in der Dürener Papierindustrie kein Unbekannter ist und rund zwei Millionen Euro in die neue Anlage investiert hat. Reflex hat mit dem Energieversorger einen Zehn-Jahres-Vertrag abgeschlossen, der auch die Wartung und Instandhaltung der Anlage beinhaltet. Volker Schulz, Vorstandssprecher der Getec, sprach in einer kleinen Feierstunde von einem „Rundum-Sorglos-Paket“, das den Energiebedarf von Reflex optimal abdecke und gleichzeitig genug Reserven für eine Produktionserweiterung beinhalte.

Die neue Anlage liefert bis zu 15 Tonnen Dampf pro Stunde, bis zu 40.000 Tonnen im Jahr. Dampf, der für den Betrieb der Papiermaschinen benötigt wird. Aktuell läuft bei Reflex bereits eine der drei großen Papiermaschinen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. „Ab Ende April werden wir wieder auf zwei Maschinen parallel produzieren“, kündigte Koeder eine weitere Erhöhung der Produktion an. „Dann ist wieder richtig Dampf im Kessel.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert