Papierfabrik: Klärgastürme sorgen für Turbulenzen

Von: Anne Wildermann
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Die zwei silberfarbenen Klärgasreaktoren der Papierfabrik in Kreuzau sorgen bei den Anwohnern für Irritationen. Momentan ruhen die Bauarbeiten auf dem Gelände. Foto: Wildermann

Kreuzau. Die Papierfabrik Niederauer Mühle in Kreuzau hat mit dem Bau ihrer eigenen Vorkläranlage begonnen. Doch seit vergangenem Freitag hat die Bezirksregierung Köln einen sofortigen Baustopp erteilt. Der Grund: Die zwei silberfarbenen Türme mit einer Höhe von je 20 Metern stehen nicht an der Stelle, die von der Bezirksregierung genehmigt wurde und welcher die Gemeinde Kreuzau zugestimmt hatte.

Der falsche Standort ist Manfred Breuer (57) aufgefallen, der vis-à-vis zu dem Unternehmen wohnt und sich seit vielen Jahren mit der Firma auseinandersetzt.

Rückblick: Vor ein bis zwei Wochen sah Breuer auf dem Gelände der Firma einen großen Kran stehen. „Zunächst dachte ich mir nichts dabei. Aber als ich eines Morgens ins Bad kam und aus dem Fenster blickte, entdeckte ich einen der Türme für die neue Kläranlage“, sagt er. Der Turm wuchs und wuchs und auf einmal stand neben dem ersten ein zweiter. Breuer kann beide silberfarbenen Türme gut von seinem Esszimmerfenster sehen. „Dabei dürfte ich sie gar nicht sehen“, betont er. Breuer sagt, dass die Türme um etwa 20 Meter versetzt worden seien.

Siegfried Schmühl, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es sich um 20 Meter handelt. „Möglich, dass es sich dabei auch um 15 oder 18 Meter handelt. Ich weiß es nicht. Ich war vergangene Woche dort und habe mir die Türme angesehen. Und Herr Breuer hat recht. Fakt ist, dass sie auffällig vom ursprünglichen Standort abweichen.“

Die Gemeinde Kreuzau wurde von der Bezirksregierung Köln über den sofortigen Baustopp an diesem Montag in Kenntnis gesetzt. Nach Angaben der Bezirksregierungssprecherin Freia Johannsen soll der Baustopp seit vergangenem Freitag gelten. Allerdings hörten Manfred Breuer und seine Frau vergangenen Samstag noch Geräusche von Flex und Hammer. „Der Baustopp gilt und die Firma hat auch zugesichert, nicht weiter aktiv zu sein“, sagt Freia Johannsen. „Arbeiten zur Sicherung der Baustelle durften noch durchgeführt werden.“

Erich Zanders, Geschäftsführer im Bereich Technik der Papierfabrik und Betreuer des Kläranlagenbaus, kann die „Turbulenzen“, wie er sie nennt, nicht nachvollziehen. „Der Standort der Anlage wurde nicht verändert. Die zwei Klärgasreaktoren sind nur anders angeordnet worden“, erklärt er. Dort, wo sie jetzt stehen, würden sie auch bleiben, versichert Zanders. „Sie wurden sieben bis acht Meter anders angeordnet und nicht um 20 Meter“, sagt er.

Für den Bau der Kläranlage gibt es laut Zanders keinen Lageplan mit einer entsprechenden Bemaßung. Heißt: Die Behälter müssen nicht so aufgestellt werden, wie es die Planungsphase vorgesehen hatte. „Der Anlagenbauer optimiert das Ganze, damit später auch ein guter Betrieb gewährleistet ist. Zumal ja noch zwei weitere Behälter dazukommen und diverse Rohrleitungen. Aus verfahrenstechnischen Gründen ein normaler Vorgang“, sagt Zanders.

Laut Bezirksregierung muss die Firma nun die veränderte Anordnung der einzelnen Elemente für die Kläranlage in geänderten Anträgen einreichen. „Außerdem muss eine erneute Zulassung für den vorzeitigen Beginn für die Errichtung an den veränderten Standorten beantragt werden“, fügt die Sprecherin hinzu. Darüber könne erst entschieden werden, wenn der Antrag vorliege. Nach Angaben der Bezirksregierung sollen die geänderten Anträge bereits vorliegen.

Wann der Bau an der Vorkläranlage der Niederauer Mühle weitergeht, kann Zanders nicht sagen.

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