Pädagogisches Konzept der Sekundarschule Nordeifel

Von: hes
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Dort, wo ab nächstem Schuljah
Dort, wo ab nächstem Schuljahr die ersten Sekundarschüler ihre Pausen verbringen, die Schulgemeinschaft Feste feiert und wo 2019 vermutlich die ersten Absolventen der neuen Schulform ihre Abschlusszeugnisse erhalten, brachte der interkommunale Schulausschuss am Donnerstagabend gewichtige Teile des Antrags auf den Weg. Das öffentliche Interesse an der Sitzung in der Aula der Hauptschule blieb eher gering. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Mit breiter Harmonie und viel Zuspruch startet die Sekundarschule Nordeifel in den Werbefeldzug um Schüler und Eltern in unserer Region. Wie berichtet, hat ein interkommunaler Schulausschuss der Gemeinden Simmerath, Roetgen und Hürtgenwald sowie der Stadt Monschau am Donnerstag wesentliche Punkte zur Errichtung der neuen Schule beschlossen oder zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Beschluss über die Standortfragen der Sekundarschule sowie der später darin aufgehenden Real- und Hauptschulen ging durchweg einstimmig über die Bühne; lediglich die beiden Monschauer SPD-Vertreter enthielten sich bei der Abstimmung über den Standort der neuen Schule, weil sie, so Sprecherin Brigitte Olschewski, „zwar die neue Schulform voll mittragen, aber Monschau gerne zumindest als Teilstandort gesehen” hätten.

Ein Kernpunkt des Antrags, das pädagogische Konzept der Sekundarschule, stand auch im Mittelpunkt der Sitzung. Im Namen der 16-köpfigen, schulformübergreifenden Arbeitsgruppe trugen Ursula Mertens, Rektorin der Hauptschule Hürtgenwald, und Albert Rieger, Konrektor der Elwin-Christoffel Realschule Monschau, ein erstes Ergebnis ihrer Arbeit vor.

Man habe „sehr produktiv und zielführend gearbeitet” und werde dies auch bis zum endgültigen Ergebnis Ende November weiterhin tun, kündigte Ursula Mertens an. Die Sekundarschule werde eine „Schule für alle”, versprach die Hürtgenwalderin. „Sie bietet mehr Chancengleichheit durch längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung. Gleichzeitig trägt sie den Gegebenheiten des demografischen Wandels Rechnung und sichert nicht nur die Bildungsabschlüsse vor Ort, sondern ermöglicht selbst bei rückläufigen Schülerzahlen ein erweitertes und differenziertes Bildungsangebot”, warb Mertens. „Und sie wird das ermöglichen, was sich derzeit viele Eltern zurückwünschen, nämlich das Abitur in neun Jahren”, sagte Günter Scheidt, schulpolitischer CDU-Sprecher in Simmerath.

Der wichtige nächste Schritt auf dem Weg zur neuen Schule ist nun, die Eltern heutiger Dritt- und Viertklässler von der Sekundarschule zu überzeugen.

Dies soll bei Informationsveranstaltungen am 5. November in Roetgen (19 Uhr, Bürgersaal), 6. November in Simmerath (19.30 Uhr, Hauptschule), 7. November in Monschau (18 Uhr, Elwin-Christoffel-Realschule) sowie am 8. November in Hürtgenwald (19.30 Uhr, Schulzentrum Kleinhau) geschehen, wo Konzept und Einzelheiten vorgestellt und Fragen der Eltern beantwortet werden.

Erfreut wurde das Lob aus Roetgen für die Sekundarschule zur Kenntnis genommen. Die Roetgener Eltern hätten sich seinerzeit wegen Unsicherheiten und Unstimmigkeiten von den Eifeler Schulen abgewandt, „aber nun kann man ihnen ruhigen Gewissens wieder empfehlen, den Blick nicht nur nach Aachen, sondern in den Süden zu richten”, sagte Ingrid Karst-Feilen (Grüne), und Roetgens Schulausschuss-Vorsitzender Ronald Borning (CDU) sprach von „positiven Signalen im Rat” bezüglich einer Roetgener Beteiligung am Schulzweckverband.


Erst gemeinsames Lernen, dann Differenzierung und das Abitur in neun Jahren

Einige Punkte aus dem vorläufigen Konzept für die Sekundarschule:

Die Schüler der Sekundarschule werden an den Standorten Simmerath (dreizügig) und Hürtgenwald-Kleinhau (zweizügig) jeweils in den Klassen 5 bis 10 unterrichtet (vertikale Gliederung). An der Sekundarschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und nach Qualifikation das Abitur an den Kooperationsgymnasien in Vossenack und Monschau erworben werden.

Zum pädagogischen Leitgedankenheißt es: Jeder einzelne Schüler steht im Mittelpunkt der Arbeit. Er wird so angenommen, wie er ist, mit seinen Stärken und Schwächen, seinen Bedürfnissen und Ängsten. Das wichtigste Ziel besteht darin, den Schülerinnen und Schülern die Gewissheit zu geben, etwas wert zu sein, denn nur dann kann erfolgreiches Lernen gelingen. Dies wird in erster Linie durch Beziehungsaufbau und Kontinuität erreicht. Die Jugendlichen werden auf vielfältige Weise dahin gehend unterstützt, dass sie für sich selbst Ziele in ihrem Leben finden und diese konsequent verfolgen. Die Vermittlung fundierten Wissens, von Schlüsselqualifikationen und Sozialkompetenz bildet das Fundament einer ganzheitlichen Bildung. Gestärkte, selbstbewusste Jugendliche finden leichter einen Platz in der Arbeitswelt und sind fähig, aktiv und selbst bestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Sekundarschule verfolgt eine teilintegrierte Konzeption. Der Unterricht findet in den Klassen 5 und 6 im heterogenen Klassenverband mit Binnendifferenzierung statt. Bereits ab Klasse 5 werden die Schüler individuell gefördert. Ab Klasse 6 erfolgt eine Differenzierung im Wahlpflichtbereich. Ab Klasse 7 werden in einigen Fächern Kurse auf zwei Anforderungsebenen gebildet.
An der Sekundarschule wird im gebundenen Ganztag an drei Nachmittagen Unterricht stattfinden, wobei Hausaufgaben weitgehend zu Schulaufgaben werden. Es wird angestrebt, ein Netz von externen Kooperationspartnern für Arbeitsgemeinschaften und Projekte zu knüpfen.

Die Veränderung der Lernstrukturen, mehr individuelles und selbst gesteuertes Lernen lassen sich in einem Stundentakt mit 45, 60 oder 90 Minuten pro Lerneinheit umsetzen; über die Stundenlänge wird die neue Schulkonferenz entscheiden.


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