Düren - Packendes Volleyball-Duell auf Augenhöhe

Packendes Volleyball-Duell auf Augenhöhe

Von: Sandra Kinkel
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Die Moskitos (oben) haben alles gegeben und werden auch am Donnerstag beim dritten Halbfinale in Berlin dabei sein. Foto: Sandra Kinkel
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Die Moskitos bedankten sich zudem bei Trainer Michael Mücke. Foto: Sandra Kinkel
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Der Andrang zum Spiel war so enorm, dass die Partie erst zehn Minuten später beginnen konnte. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Mein Blutdruck liegt bei 240. Mindestens. Es ist Wahnsinn.“ Sonntagabend, kurz nach 21 Uhr. In der Arena Kreis Düren liefern sich die SWD Powervolleys und der amtierende Deutsche Meister, die Berlin Recycling Volleys, einen packenden Kampf im zweiten Halbfinale um die Deutsche Volleyballmeisterschaft. Und Stefan Kriebs, Chef-Trommler vom Dürener Fanclub „Moskitos“, kann kaum noch hinsehen.

„Toll, was diese Mannschaft leistet. Unfassbar.“ Am Ende verliert Düren die Partie knapp in fünf Sätzen mit 25:21, 19:25, 29:25, 20:25 und 11:15. Aber das Publikum ist trotzdem begeistert.

Powervolleys-Kapitän Jaromir Zachrich (29) hatte sich vor der Begegnung ein „Volleyballfest“ gewünscht – und das hat der Mittelblocker auch bekommen. 2300 Fans sind in der Halle, die Schlange vor der Arena war kurz vor der Partie noch so lang, dass die Schiedsrichter und die Verantwortlichen der Powervolleys sich entschlossen haben, die Begegnung zehn Minuten später anfangen zu lassen. „So voll“, sagt Stefan Kriebs, „war es hier schon lange nicht mehr. Und ich hatte vorher große Bedenken, dass Ostersonntag wirklich viele kommen. Toll.“

Einer, der seinen Osterurlaub in Birkesdorf für einen Ausflug zum Volleyball genutzt hat, ist Handball-Bundesliga-Profi und Nationalspieler Simon Ernst (21), der beim TV Gummersbach spielt. „Ich war früher sehr oft beim Volleyball, auch schon, als die Spiele noch in der Halle vom Burgau-Gymnasium ausgetragen wurden. Viele Jahre habe ich es aber nicht mehr geschafft. Umso mehr freue ich mich, dass es heute gepasst hat.“ Simon Ernst genießt das Spiel sichtlich, er feuert die Mannschaft an, diskutiert mit seinen Eltern und seinem Bruder das Spielgeschehen.

„Die Athletik und die Sprungkraft der Volleyballer finde ich beeindruckend. Der Kampfgeist der Dürener ist toll. Das ist auf jeden Fall ein Duell auf Augenhöhe.“ Ernst ist auch von der Atmosphäre in der Arena begeistert. „Das ist mit unseren Heimspielen in Gummersbach vergleichbar“, sagt er. „Bei uns sind es zwar gut 4000 Fans, wenn die Halle voll ist. Aber stimmungsmäßig kann Düren da sehr gut mithalten.“ Der Rückhalt der Fans sei auch enorm wichtig.

„Jedenfalls beim Handball spielt der Heimvorteil eine riesige Rolle. Die Fans können moralisch unterstützen, aber sie üben auch Druck auf den Gegner aus. Und manchmal sogar auf die Schiedsrichter. Ich bin zwar kein Fachmann, aber ich habe den Eindruck, dass das hier so ähnlich ist.“ Simon Ernst hat es nicht bereut, zu der Volleyball-Partie gekommen zu sein: „Ich bin sportbegeistert. Und wenn in Düren das Halbfinale um die Deutsche Volleyballmeisterschaft gespielt wird, sollte man das als Dürener nicht verpassen.“

Die weiteste Anreise hatten wohl elf Leute vom Fanclub „Der siebte Mann“, die aus Berlin nach Düren gekommen sind. „Die Mannschaft braucht uns heute“, sagt Carsten Buchhauser. „Ich habe befürchtet, dass das eine enge Partie wird. Da tut Unterstützung gut.“

Auf dem Spielfeld wird immer noch gekämpft. Kein Team gibt einen Punkt verloren. Kein Wunder, dass die Fans „ihre“ Powervolleys trotz Niederlage frenetisch feiern. „Vielen Dank für Eure tolle Unterstützung“ steht auf einem Banner, das Zachrich und das Team nach dem Spiel hochhalten. Stefan Kriebs und die Moskitos haben ihrerseits ein Plakat für Trainer Michael Mücke vorbereitet, dessen Vertrag mit den Powervolleys nicht verlängert wird.

„Danke Mücke für die tolle Zeit!“ steht darauf, immerhin war es ja auch Mücke, der bei seinem ersten Trainereinsatz in den 90er Jahren in Düren den „Moskitos“ die Idee zu ihrem Namen gegeben hat. „Klar hätten wir den Trainer lieber beim Finale verabschiedet“, sagt Stefan Kriebs. „Oder bei einem zweiten Heimspiel. Aber sicher ist sicher.“

Vielleicht war die Partie am Sonntag das letzte Heimspiel der Saison, vielleicht gewinnen die Dürener aber auch am Donnerstag in Berlin. „Ich fahre auf jeden Fall hin“, sagt Kriebs. „Vielleicht gibt es ja doch noch ein Heimspiel. Das ist mein absoluter Traum.“

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