Ortsumgehung: Die Jahre der Ungewissheit sind Geschichte

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
14160209.jpg
Mit reichlich Unterstützung gab NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (5. v. r.) mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss zum Bau der Ortsumgehung Frauwüllesheim. Foto: Abels

Frauwüllesheim. Der frühere Ortsvorsteher Ludwig Siepen (CDU) musste kurz überlegen: „Eine Ortsumgehung für Frauwüllesheim habe ich erstmals in den 70er Jahren gefordert.“ Als sich abzeichnete, dass die geplante Autobahn 56 von den Niederlanden bis nach Bonn nicht gebaut wird, befürchtete Siepen bereits einen starken Anstieg der Verkehrsbelastung im Ort; nicht zu Unrecht, wie sich im Laufe der Jahre zeigen sollte.

„Die L 264 stellt eine wichtige Verbindung zwischen Euskirchen und Jülich dar und ist zudem als Zubringer zur A4-Anschlussstelle Merzenich von großer Bedeutung“, betonte die Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau, Elfriede Sauerwein-Braksiek, am Mittwoch beim feierlichen Spatenstich im Beisein von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD). Nach derzeitigen Prognosen geht sie davon aus, dass rund 10.000 Fahrzeuge täglich die neue Ortsumgehung nutzen werden, die in einem Jahr fertiggestellt sein soll. Das Land NRW investiert rund fünf Millionen Euro in die 2,1 Kilometer lange Trasse.

Für die Bürger von Frauwüllesheim endet damit eine lange Zeit der Ungewissheit. Denn obwohl die Ortsumgehung mit dem Planfeststellungsbeschluss bereits im Februar 2010 genehmigt war, stand die Realisierung lange Zeit in den Sternen. Immer wieder wurde der Bau in Düsseldorf auf die lange Bank geschoben, immer wieder setzten sich die Landtagsabgeordneten Peter Münstermann (SPD) und Josef Wirtz (CDU) für das Projekt ein, intervenierten die Lokalpolitiker, die auch Unterschriften sammelten.

Michael Groschek räumte jetzt ein, dass es in NRW beim Bau neuer Straßen und Schienen zu einem Stau gekommen sei, „der dringend abgearbeitet werden muss“. Die Ortsumgehung Frauwüllesheim ist ein Mosaikstein der neuen Verkehrsoffensive. Groschek betonte, dass die Luft im Ort mit 60 Prozent weniger Durchgangsverkehr spürbar besser werde und sich mit der Ortsumgehung die Möglichkeit eröffne, die enge Ortsdurchfahrt neu zu gestalten.

Denn wenn die Umgehungsstraße fertig ist, kann Frauwüllesheim nur noch über den nördlichen Ast der L 264 (Kreuzstraße) und die L 327 angefahren werden, die L 271 und der südliche Ast der L 264 (Weißfrauenstraße) werden abgebunden. Die Kreuzungsbereiche der Ortsumgehung mit den beiden Landstraßen werden in Form von Kreisverkehren gestaltet.

Im Zuge der Baumaßnahme werden rund 54.000 Quadratmeter Ausgleichsfläche angelegt, unter anderem werden Hecken und Obstbäume gepflanzt und nicht mehr benötigte Asphaltflächen entsiegelt. Auch für die bedrohte Grauammer werden Maßnhamen ergriffen. Angemerkt

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert