Ordnungsdienst: Sicherheit und Sauberkeit haben sich verbessert

Von: Jörg Abels
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Frank Deutges und sein Kollege Thomas Zymelka (l.) gehen im Rahmen des SOD-Dienstes regelmäßig in der Innenstadt auf Streife. Foto: Abels

Düren. Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung in der Stadt bewegen die Dürener schon länger. Auf die Forderung nach mehr Kontrollen hat die Politik im vergangenen Jahr mit der Einrichtung eines Sicherheits- und Ordnungsdienstes (SOD) reagiert.

Drei zusätzliche Kräfte wurden eingestellt, die seit November mit sieben Kollegen auf Streife gehen. Werktags von 7.15 bis 20 Uhr, samstags bis 16 Uhr und wechselweise freitags- oder samstagabends bis 2 Uhr in der Früh ist in der Regel immer eine Doppelstreife in der Innenstadt präsent – solange die Ordnungskräfte nicht andere Aufgaben wahrnehmen, zum Beispiel den Jugendschutz oder das Rauchverbot in Gaststätten kontrollieren oder nächtlichen Ruhestörungen nachgehen.

Hat der neue Streifendienst positive Effekte? Schwer zu sagen. „Die Entwicklung des Sicherheitsgefühls ist subjektiv“, betont Lisa Rühmann, Leiterin des Amtes für Recht und Ordnung. Dazu komme: Werden die an ihren blauen Uniformen erkennbaren Ordnungskräfte von Weitem gesichtet, ändert sich das Verhalten, ist sie überzeugt. Zigarettenstummel und Müll würden nicht mehr achtlos weggeschnippt, die Lautstärke in Parks deutlich runtergeschraubt, der Hundekot doch aufgesammelt.

Auch wenn konkrete Zahlen zur Arbeit und zum Erfolg des SOD nicht vorliegen – eine Auswertung der Einsatzprotokolle sei zeit- und arbeitsintensiv und bislang von der Politik nicht eingefordert worden – ist Lisa Rühmann sicher, dass allein mit der Präsenz ihrer Kollegen die Zahl der Verstöße zurückgegangen ist. Auch die Resonanz aus den Reihen der Einzelhändler in der Innenstadt sei positiv.

Während die Ordnungskräfte anfangs noch mündliche Verwarnungen ausgesprochen haben, sind sie mittlerweile dazu übergegangen, auch Bußgelder zu verhängen. Es sei aber nicht das Ziel, möglichst viele Strafen einzutreiben, betont die Amtsleiterin. Die bloße Anwesenheit der Ordnungskräfte soll dazu führen, dass sich der Bürger sicherer fühlt.

Was sie und Abteilungsleiter Klaus Heinen sagen können: In den ersten drei Monaten haben die Bürger die SOD-Kräfte rund 400 Mal angesprochen, auch wenn sie oft mit den ähnlich gekleideten Kollegen der Parkraumüberwachung verwechselt werden, wie Einsatzkraft Frank Deutges berichtet. Die Ordnungskräfte dürfen zwar auch Parkknöllchen schreiben, aber das ist nicht ihre Hauptaufgabe. „Andere fragen aber auch einfach nur nach dem Weg“ – der SOD als mobile Anlaufstelle der Bürger. Eine telefonische gibt es auch: Telefon 252500. Dazu kommt noch das Büro an der Weierstraße, das bislang aber nur sporadisch von Bürgern aufgesucht wurde.

Die Ordnungskräfte sind zwar ausgebildet, sich selbst vor Angriffen schützen zu können. Sie haben Handschellen, Pfefferspray und Schlagstock griffbereit am Gürtel, trotzdem kann es schon mal zu brenzligen Situationen kommen. „Angst habe ich nicht, aber Respekt“, betont Frank Deutges, der bereits seit vielen Jahren im Ordnungsamt tätig ist. Zwei seiner Kollegen jedoch sind nach traumatischen Erlebnissen in den vergangenen Monaten aber auch schon mal längere Zeit ausgefallen.

Mit Blick auch auf die Urlaubszeiten betont Klaus Heinen daher: „Mit dem uns zur Verfügung stehenden Personal ist das Machbare erreicht.“ Wünsche aus den Stadtteilen, der SOD können auch dort einmal eingesetzt werden, müssen erst einmal unerfüllt bleiben. „Der Fokus liegt ganz klar auf der Innenstadt“, ergänzt Lisa Rühmann. Für flächendeckende Sicherheit könne der Ordnungsdienst ohnehin nicht sorgen. „Hier setzen wir auch in Zukunft auf die Polizei“, betont die Amtsleiterin.

Sehr positiv sehen die städtischen Ordnungskräfte die Kooperation mit der Polizei im Rahmen der seit Jahren bestehenden, in den vergangenen Monaten aber noch einmal intensivierten Ordnungspartnerschaft. Regelmäßig werden die SOD-Kräfte auf ihren Streifen vom Bezirksbeamten begleitet. Denn oft seien die Übergänge zwischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Straftat fließend. Dann könne der Polizist direkt einschreiten. „Das ergänzt sich gut“, betont Frank Deutges. Er schätzt vor allem den Erfahrungsaustausch auf den gemeinsamen Streifen. Über eine Ausweitung werde nachgedacht.

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