„Open Gardening“: Neues Projekt in der Alten Stadtgärtnerei

Von: Stephan Johnen
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Premiere in der Alten Stadtgärtnerei: Bewohner des Schenkel-Schoeller-Stifts werden dort künftig regelmäßig gärtnern. Foto: Stephan Johnen
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Stefanie Bahlert (links) und Ute Pietschmann haben das Projekt koordiniert. Foto: Stephan Johnen

Düren. Mehr als 20 verschiedene Kräuter zog Gertraud Wude früher in ihrem Garten. Zur Blütezeit war das allein optisch eine Pracht – und in der Küche entwickelten die frischen Kräuter ihre kulinarische Wirkung. „Wir haben immer einen Garten gehabt“, blickt die 87-Jährige, die im Niederauer Schenkel-Schoeller-Stift wohnt, zurück.

„Irgendwann ging es nicht mehr“, bedauert Gertraud Wude. Daher freut sich die Bewohnerin der Senioreneinrichtung darüber, bald wieder in der Erde graben zu können, auszusäen – und auch zu ernten. Zwar nicht im eigenen Garten, dafür aber in der Alten Stadtgärtnerei in Düren.

„Für uns ist das heute der Beginn einer kleinen Abenteuerreise“, sagt Richard Müllejans, Betriebsleiter des Dürener Service Betriebs (DSB). In der Alten Stadtgärtnerei fiel am Dienstag der Startschuss für ein „Open Gardening“ getauftes Projekt. Hinter dem Namen verbirgt sich die Idee, in einem ersten Schritt Senioren aus dem Schenkel-Schoeller-Stift unter fachkundiger Anleitung wieder das Gärtnern zu ermöglichen.

Bei schlechtem Wetter kann das alte Palmenhaus als Begegnungsstätte zum Gedankenaustausch und zum Klönen genutzt werden. „Aus unserer Sicht ist das nur der Anfang“, betont Richard Müllejans. Schon heute werde die Alte Stadtgärtnerei oft von Schulklassen im Rahmen der Umwelterziehung besucht, Kinder feiern dort ihren Geburtstag. Dem Team des DSB schwebt vor, dass Schritt für Schritt auch Bürger, die über keinen Garten verfügen, dort aktiv werden können. Ebenso Senioren aus anderen Einrichtungen.

„Die Idee hat uns sofort begeistert“, berichtet Hans-Joachim Thiem, Leiter des Schenkel-Schoeller-Stifts und erster Kooperationspartner. Aus seinem Haus wird unter anderem Stefanie Bahlert vom Sozial- und Betreuungsdienst die Senioren in den Garten begleiten. Sie selbst hatte ihre beruflichen Wurzeln in einer Gärtnerei. Eine Gruppe von sechs rüstigen Damen wird künftig alle zwei Wochen in der Alten Stadtgärtnerei aktiv, das Interesse an dem Projekt ist auch bei Besuchern der Tagespflege sehr groß. „Es zeichnet sich ab, dass wir eine zweite Gruppe bekommen“, sagt Thiem.

Beim DSB koordiniert Ute Pietschmann das „Open Gardening“-Projekt. „Wenn ältere Menschen nicht mehr zu Hause leben können, ist es oft der Garten, den sie vermissen“, weiß sie. So entstand die Idee, Senioren die Möglichkeit zu geben, nach Herzenslust Beete zu planen, sie zu bepflanzen und Obst und Gemüse zu ernten. „Wir haben eine kleine Küche, was geerntet wird, kann auch verzehrt werden“, spricht Müllejans eine Einladung aus. „Gärtnern hat immer etwas mit Erinnern zu tun. Es weckt und belebt verschiedene Sinne.“

Ute Pietschmann ist überzeugt, dass Gärtnern durchaus auch eine therapeutische Kraft haben kann. „Spaß macht es zweifelsfrei“, weiß sie.

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