„One Billion Rising“: Ausdruckstanz als Zeichen der Solidarität

Von: bugi
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Mit der Aktion „One Billion Rising“ will der Verein „Goldrute“ am Valentinstag auf dem Kaiserplatz ein öffentliches Zeichen gegen häusliche Gewalt an Frauen und Mädchen setzen. Foto: Burkhard Giesen

Düren. „Aber natürlich tanzt Bürgermeister Paul Larue als Schirmherr mit. Das hat er auch schon beim letzten Mal getan“, sagt Dr. Jadigar Kesdoan, Vorsitzende des Vereins „Goldrute“, dem Migrantinnen-Netzwerk gegen häusliche Gewalt. Das ruft wie in den vergangenen Jahren dazu auf, sich am 14. Februar, dem Valentinstag, an der Aktion „One Billion Rising“ auf dem Kaiserplatz zu beteiligen.

Also dem Tag, an dem weltweit Frauen ein Zeichen gegen Gewalt und Unterdrückung setzen wollen. Nach 2014 und 2015 wird diese Aktion wieder in Düren stattfinden. „Ein Drittel aller Frauen und Mädchen hat bereits körperliche und seelische Gewalt erlebt“, sagt Kesdoan – thematisiert werde diese Problematik aber nur selten, allenfalls, wenn es wie an Silvester 2015 in Köln öffentlich und greifbar werde. Dabei handele es sich um ein Dauerthema – quer durch alle Schichten der Gesellschaft.

Ursprünglich stammt die Aktion aus den USA, wird inzwischen aber in mehr als 100 Ländern aufgegriffen, jeweils am Valentinstag. Der Tag der Liebe ist bewusst gewählt als Zeichen für eine Umkehr zu einem gewaltfreien und friedlichen Miteinander. „Wir wollen die jahrtausendealten Mauern der Ungerechtigkeit angesichts der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zum Wanken bringen“, ruft Jadigar Kesdoan auf. Das mit einem Ausdruckstanz?

Anka Hansen: „Jeder hat natürlich eine andere Motivation, sich an der Aktion zu beteiligen. Mit dem Tanz kann man aber leichter seine Gefühle ausdrücken. Und es ist immer so: Wenn man etwas getan hat und tanzend ein Zeichen gesetzt hat, verinnerlicht man das. Und der Tanz trägt dazu bei, dass man sich selbst annimmt und zeigt: Ich bin gut so, wie ich bin.“

Angst muss man übrigens nicht haben, sich bei der Aktion zu blamieren. Der Bewegungsablauf zu dem Lied „Break The Chain“ („Sprengt die Ketten“) sei innerhalb von wenigen Minuten erlernbar, versichert die Gleichstellungsbeauftragte Christina van Essen. Soll heißen: Auch Grobmotoriker wie Männer können da mithalten, deren Teilnahme von den Veranstalterinnen ausdrücklich erwünscht ist.

Vergangenes Jahr zum Beispiel gab es ein Tanztraining mit 70 männlichen Flüchtlingen in Kreuzau, die alle begeistert von der Aktion waren.

Die breiteste Unterstützung haben die Veranstalter in der Vergangenheit aber von Schulen erfahren. Mit sehr positiven Ergebnissen, weil diese Beteiligung auch immer zu einer Aufbereitung der Problematik im Unterricht geführt habe. Unterstützt wird die Aktion in diesem Jahr zudem unter anderem von der Sparkasse Düren und dem Integrationsrat, für die Musik sorgen Silke und Alexander Mohnfeld.

Wenn die zum Sprengen der Ketten aufrufen, und auch Dürens Bürgermeister wieder das Tanzbein schwingt, freuen sich die Veranstalterinnen auf möglichst viele weitere Teilnehmer – beim letzten Mal waren es immerhin rund 400 Dürener, die sich solidarisch erklärten.

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