Oldies, die auf Grünflächen krabbeln

Von: Fred Schröder
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Die „Krabbelgruppe“ ist wieder unterwegs: Ein Dutzend der „Grünen Oldies“ hat sich auf die Fahne geschrieben, Kreuzau sauber zu machen und vor allen Dingen auch sauber zu halten. Foto: Fred Schröder

Kreuzau. Sie nennen sich selbst „Grüne Oldies“. Und geben sich durch entsprechend bedruckte T-Shirts in der Farbe Grün auch zu erkennen. Die Kreuzauer aber haben für das Dutzend der gestanden Männer eine andere Bezeichnung: „Krabbelgruppe“.

Denn krabbeln tun die Männer zwischen 62 und fast 80 Jahren: an Grünflächen, in Hecken, auf Spielplätzen und überall da, wo Kreuzau besonders sauber sein soll.

Das ehrenamtliche Engagement der einsatzfreudigen Rentner stößt in der Kreuzauer Bevölkerung weitgehend auf positive Resonanz. „Ich finde das toll, was Sie hier machen“, lobte beispielsweise ein älterer Herr, als die Gruppe an der Windener Brücke für Sauberkeit sorgte und sich pünktlich um 10 Uhr eine Pause gönnte. Da juckt es die einsatzfreudigen Rentner nicht, wenn ein Passant im Vorbeigehen raunzte: „Warum machen Sie das? Wir zahlen dafür doch Steuern.“

Und genau hier liegt der Ansatz der Gruppe: Als erkennbar wurde, dass die Gemeinde Kreuzau finanziell und personell nicht mehr in der Lage war, die umfangreichen Pflegemaßnahmen zu stemmen, kam die Anregung von Männ Kempen. Eben erst zum Ortsvorsteher ernannt, rief er dazu auf, Kreuzau eben ehrenamtlich sauber zu halten. Mitstreiter fanden sich schnell. So wie der Restaurator und Malermeister Rudi Schall, der seit fast 30 Jahren den Marienbildstock, im Volksmund Muttergotteshäuschen genannt, am Ende der Alten Gasse restauratorisch betreut.

Im Gegenzug sorgten die „Grünen Oldies“ dafür, dass der Vorplatz gesäubert, neuer Kies aufgetragen und der Zaun gestrichen wurde. Schnell fanden sich weitere Mitstreiter: Karl und Erich Grassmann, Hubert Breuer, Dieter Simons, Manni Pütz, Manfred Imdahl, Walter Braun, Hans Keuter, Günter Poll und Hans Arnold schlossen der Gruppe an. Mittwochs ist der Arbeitstag.

„Wir haben einige feste Punkte, die wir ständig sauber halten, aber greifen auch da ein, wo es notwendig wird“, beschreibt Männ Kempen die Aufgaben „der zusammen gewürfelten Truppe“. So wird derzeit die Bocciabahn zwischen Hans-Hoesch-Stiftung und der Turnhalle auf Vordermann gebracht.

Dort stehen auch zwei Bänke und Papierkörbe. Gestiftet von Christian Nolden, dem Enkel des Gründers des Turnclubs Kreuzau zum Vereinsjubiläum. „Über Sponsoren würden wir uns freuen“, meint der Ortsvorsteher und sagt wo der Schuh drückt: „Gut erhaltenes Werkzeug oder das ein oder andere an Material würde uns helfen.“

Eines ist auch klar: Die Geselligkeit kommt in der Truppe nicht zu kurz. Ein Bierchen zum Päuschen, ein paar Frikadellen. Und gemeinsame Radtouren gehören ebenfalls dazu. Denn wer arbeitet, der soll auch Freizeit haben…

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