Düren - Oldie Night am Dürener Badesee: Gäste und Bands feiern ausgelassen

Oldie Night am Dürener Badesee: Gäste und Bands feiern ausgelassen

Von: Hannes Schmitz
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Sorgte für magische Momente: die Central Park Band mit ihren Hits des legendären Duos Simon & Garfunkel. Foto: Hannes Schmitz
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Sorgte für Stimmung am Badesee, als Temperaturen und Regentropfen fielen: die Saragossa Band, die den Sandstrand zum Dance Floor machten.

Düren. Als zu späterer Stunde die Temperaturen bei der 9. Oldie Night am Badesee abkühlten, stieg die Stimmung weiter an. Der Sandstrand wurde zum Dance Floor, ausgelassene Stimmung bei der Musik der Saragossa Band, die in einem Meer von Regenschirmen zeitweise badete, aber auch im Applaus.

„Seid ihr noch alle da?“, fragte in Kasperletheater-Manier Sänger Harry Karrer mehrfach, wobei die Antwort im Laufe der Zeit an Lautstärke abnahm.

Die Münchener Gruppe überzeugte nicht jeden, so dass viele, möglicherweise auch wegen des Wetters, vorzeitig den Badesee verließen. Die Band, die Sommergefühl ans Seeufer brachte oder bringen wollte, präsentierte sich als eine sehr gute Cover-Musikgruppe, die Songs spielte, die zum Schema Sonne und Strand passten.

Die Stimmung beim Publikum war gelöst und entspannt, die Regentropfen störten nicht. So „wilderte“ die Saragossa Band in vielen Oldie-Revieren, die von Soul- oder Reggae Sound unterlegt waren. Geduldig spielte das Publikum mit beim Spiel „die Hände zum Himmel“, minutenlang, bis der Sologitarrist eine neue Saite in seinem Instrument eingespannt hatte. Richtig gut und mitreißend war die Gruppe immer dann, wenn sie eigene Songs wie „Rasta Man“, „Big Bamboo“ und den Dauerbrenner „Za-Za-Zabadak“ präsentierte. Da blieb es einfach nicht aus, dass steife Hüften sich lockerten und der Sandstrand zur Partymeile wurde.

Vor dem Auftritt der Saragossa Band hatte Richard Müllejans, der als Leiter des Dürener Service Betriebs mit seinem Team die Oldie Night veranstaltete, einen Einblick in seine Jugendzeit gegeben. „Mädels, ihr ward der Traum meiner schlaflosen Nächte“, beglückwünschte er Baccara zu einer gelungenen Vorstellung, um dann im Stile eines „erprobten“ Ehemanns zu verkünden: „Ich bin an der Würstchen-Bude“ und erklärend zum Publikum: „Ich suche meine Frau“.

Der Sex-Appeal des spanischen Duos, der den jungen Richard Müllejans „unruhig“ gemacht hatte, ist fraulichem Charme gewichen. Aber noch immer ist die Darbietung von Baccara sehenswert und die Interpretation ihrer Lieder des Disco-Zeitalters haben die einen schon immer als „Glücksspiel“ verstanden, während andere in ihnen „musikalische Edelrosen“ sahen.

Auf jeden Fall zogen ihre „Über-Hits“ wie das über 20 Millionen Mal verkaufte „Yes, Sir, I can Boogie“ und „The Devil sent you to Lorado“, „Sorry, I´m a lady“ und „Darling“ die rund 2000 Besucher der Open-Air-Veranstaltung in ihren Bann. Wohl auch, weil die Künstlerinnen aus dem Nähkästchen plauderten und der Kopf des Duos, Maria Mendiola, mit ihrem Alter kokettierte. 61 sei sie und habe drei Enkelkinder, erzählte sie und komme ohne Botox aus.

Fit waren die beiden Musikerinnen, die Tanzschritte und die Bewegungen lernt man nicht so ohne Weiteres im Gymnastikkurs der Volkshochschule. Der Lack war nicht ab, sondern lediglich aufgetragen.

Von den Baccara-Verkaufszahlen können die Gruppe Stingray, die wie in den Jahren zuvor als Eisbrecher erfolgreich war, und die Central Park Band nur träumen. Letztere sorgte allerdings für magische Momente bei denen, die nicht nur zum Abtanzen gekommen waren. Wer die Augen schloss und den Musikern an den Ufergestaden zuhörte, fühlte sich in die Zeit versetzt, als Simon & Garfunkel bei ihrem Konzert im Central Park in New York Musikgeschichte schrieben.

Die Musik des legendären Gespanns lebte am Badesee wieder auf, weil die Band sehr nahe am Original war. Harmonierende Stimmen und ein Gitarrist, der auf der Akustik-Gitarre Paul Simons Gitarrenspiel täuschend echt mit seinen „wahnsinnigen“ Riffs nachspielte. Ein wohlklingender, gefühlvoller Klangteppich breitete sich über den Badestrand aus, als Songs wie „ Mrs. Robinson oder Homeward bound“ und andere erklangen. Großartig war die Band, wenn sie die rockige Seite von Simon & Garfunkel beleuchtete. Kräftig und kernig sorgten sie ohne Schnörkel sicherlich für den Höhepunkt den Abends am Badesee.

Im kommenden Jahr stehen 20 Jahre Dürener Service Betrieb an und ein kleines Jubiläum: die zehnte Oldie Night am Badesee „Wir suchen nach einem Kracher“, kündigte Richard Müllejans an. Vielleicht, so war ihm zu entlocken, wird dann eine deutsche Rockformation auf der Bühne stehen.

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