Heimbach - Oktav: Unterwegs mit Maria und Luther

Oktav: Unterwegs mit Maria und Luther

Von: Bruno Elberfeld
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Beginn der Heimbacher Oktav: Diözesanbischof Dr. Helmut Dieser (Bildmitte) eröffnet sie mit einem Pontifikalamt. Foto: bel

Heimbach. Der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser hat am Samstag mit Priestern, Diakonen, Subdiakonen und vielen, die zum Dienst in der Kirche berufen sind, die diesjährige „Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter“ unter dem Motto „Gottes Wort leben. Unterwegs mit Maria und Luther.“

Für die vielen Pilger aus nah und fern in der Salvatorkirche mochte dieses Motto etwas befremdlich klingen, doch Bischof Dieser hatte gute Erklärungen. Luther plante nicht, so Dieser, aus einer Kirche zwei zu machen, sondern gegenläufige Strömungen, festgefahren in ihren machtbesessenen Gedanken, drifteten immer weiter auseinander.

Die Katholische Kirche war der Botschaft Jesu in der Schrift verpflichtet, ebenso die reformatorische Bewegung hinter Luther. Sie fanden keinen Kompromiss. Der Prophet Zephanja schon habe geglaubt, dass Israel, das kleine Volk, allein durch Gottes Gnade gewandelt werden könne. Luthers Auffassung sei in eine ähnliche Richtung gegangen: „Allein durch die Botschaft kommt das Heil.“

Politische Machtkämpfe, Feindschaften und Zerwürfnisse seien Erscheinungen in unserer Zeit nicht unähnlich, fuhr Bischof Dieser fort. „Luther selbst hat Maria zärtlich geliebt“, offenbarte Dieser. Zurück zum Motto: Gottes Wort lebe mit Maria und Luther. Der Prediger schöpft Hoffnung aus der zurzeit recht kräftigen ökumenischen Bewegung. Nach 500 Jahren der bitteren Spaltung gebe es zwischen evangelischen und katholischen Christen ein gemeinsames Christusfest.

„Worte müssen konkret werden“, forderte der Bischof. Neben der ersten Christusträgerin Maria müssten alle Christen wieder selbst zu Christusträgern werden wie eine Gruppe von Menschen im Irak – Christen, Jesiden und Moslems –, die nach der Vertreibung des sogenannten Islamischen Staates wieder in ihre Heimat zurückkehren. Da sei keinerlei Hass und Gewalt zu verspüren, konnte Dr. Dieser berichten, sondern nur „Verzeihung und Liebe“. Diese Menschen seien Christusträger wie Maria. Die Oktav geht bis Sonntag, 9. Juli.

Parallel zu den kirchlichen Feiern öffnete der Krammarkt auf dem großen Parkplatz. Denn Pilgerer, entkräftet durch das lange Gehen oder eine lange Fahrt, wollen beköstigt werden. So ist es seit Jahrhunderten Tradition. Die Geschichte um den Heimbacher Strohdecker Heinrich Fluitter ist bekannt. Er hatte um das Jahr 1470 in Köln das Marienbild „Schmerzhafte Mutter“ erstanden und es zum Kermeter, unweit des jetzigen Klosters Mariawald gebracht. Später kam es nach Heimbach, wo das Gnadenbild bis heute verehrt wird.

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