Hilfarth/Langerwehe - Ohne Fingerspitzengefühl geht es nicht

Ohne Fingerspitzengefühl geht es nicht

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
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Korbmachermeister Friedrich Krings aus Hückelhoven-Hilfarth hat das Handwerk von der Picke auf gelernt. Demonstrieren wird er es beim Eifelmarkt in Langerwehe am kommenden Sonntag. Foto: Vallata

Hilfarth/Langerwehe. Die Blütezeit des Korbmacherhandwerks an der Rur ist längst Geschichte. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts begann der Niedergang. Und er kam schnell, befördert durch Billigwaren aus Osteuropa und der aufstrebenden Konkurrenz aus der Kunststoffindustrie.

Friedrich Krings war im Jahr 1958 einer von acht Gesellen aus Hilfarth bei Hückelhoven im Kreis Heinsberg, der noch die Meisterprüfung ablegte. Wenig später dann musste er umsatteln. Binnen weniger Jahre hörte der ehemals prosperierende lokale Wirtschaftszweig auf zu existieren.

Marktkorb als Markenzeichen

Dass die Tradition der Korbmacher in dem kleinen Ort nicht in Vergessenheit geriet, ist Menschen wie Friedrich Krings zu verdanken. Er und viele weitere halten die Erinnerung in dem historischen Vereins der Rurtal-Korbmacher lebendig. Und mehr noch: Sie beherrschen das Handwerk nach wie vor und demonstrieren es interessierten Menschen gerne - daheim im Korbmacher-Museum oder auch als Gäste zum Beispiel auf dem Eifelmarkt in Langerwehe am kommenden Sonntag. „Körbe zu flechten, ist Knochenarbeit”, weiß der Hilfarther deshalb aus eigener Erfahrung. „Das geht in die Finger.”

Markenzeichen der Betriebe aus dem kleinen Ort an der Rur ist der so genannte Marktkorb, der genügend Platz bietet für die Einkäufe auf dem Wochenmarkt und mit einem großen Henkel versehen ist. Eigentlich gibt es ja nichts, was sich nicht aus Weiden oder verwandten Materialien herstellen lässt, wie ein Blick in das Korbmacher-Museum verrät: Ausgestellt sind dort unter anderem Kinderwiegen, Sessel, Zigarrenständer und fein strukturierte Spließarbeiten wie Hüte, Brotkörbe und Handspiegel. „Die halten ewig”, meint Korbmachermeister Krings.

Wer Körbe flechten will, muss nicht nur handwerklich geschickt sein, sondern auch ein Gespür für Formen und Proportionen haben. Auf das richtige Augenmaß kommt es an in einem Gewerbe, das weitgehend auf technische Hilfsmittel verzichtet. Krings braucht ungefähr zwei bis drei Stunden für einen Korb, wenn es sich beeilt. Aber: „Dann darf man zwischendurch nicht quatschen.” Aus der Nähe anschauen können sich interessierte Menschen die Korbmacherkunst auf dem Eifelmarkt. Friedrich und Friedrhelm Krings werden ihr Handwerk dort ausüben und außerdem eine Auswahl von Exponaten mitbringen. Das Museum der Korbmacher (02433/912985) in Hückelhoven-Hilfarth, Nohlmannstraße 22, hat noch bis Oktober sonntags von 13 bis 17 Uhr und montags von 9 bis 12.30 Uhr geöffnet.
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