OGS ist mehr als Hausaufgabenbetreuung

Von: sj
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Ali Ayhan (34).
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Justyna Großart (33).

Düren. Über mangelndes Interesse an der Offenen Ganztagsschule (OGS) braucht sich Monika Lennartz nicht zu beklagen. Die OGS- Gruppe an der Katholischen Grundschule St. Joachim ist 30 Kinder stark, 20 stehen auf der Warteliste.

Die Gruppe ist an allen Brückentagen geöffnet, und Leiterin Monika Lennartz versucht stets auf die Bedürfnisse der Eltern einzugehen. Einen Wunsch aber hat sie: Mehr Flexibilität, um in Notfällen ohne große bürokratische Hürden beispielsweise noch Geschwisterkinder aufnehmen zu können. „Mittlerweise ist die OGS gesellschaftlicher Standard“, sagt Monika Lennartz. Zehn Jahre nach der Einführung an der Katholischen Grundschule St. Joachim könne sich wohl kaum jemand das Angebot wegdenken.

Zum einen, weil in immer mehr Familien beide Eltern arbeiten und es generell mehr Alleinerziehende gibt, zum anderen, weil aufgrund der veränderten Lebensweisen Omas, Opas, Tanten und Onkel, die auf die Kinder aufpassen könnten, nicht mehr unbedingt in der Nachbarschaft wohnen, zählt Monika Lennartz auf. Die OGS sei so etwas wie ein verlässlicher Hafen.

„Priorität hatte die Schule“, sagt Justyna Großart aus Düren. Die 33-Jährige hat ihren Wohnort so gewählt, dass er zwischen Grundschule und Arbeitsstelle liegt. „Für mich zählt jede Minute“, sagt sie. Morgens bringt sie ihre Tochter in die Grundschule, um 16 Uhr muss sie dort wieder stehen, weil das Angebot endet. „Manchmal wünsche ich mir, dass die OGS erst um 16.30 Uhr schließt“, sagt sie.

Für die 33-Jährige sei sehr früh klar gewesen, dass sie Familie haben, aber auch ihren Beruf weiter ausüben möchte. „Ich bin mit dem Angebot der OGS sehr zufrieden“, sagt sie. „Meine Tochter hat sich gut sozial entwickelt und hat viele Altersgenossen kennengelernt.“

Diesen Aspekt sieht auch Ali Ayhan als großen Vorteil der Offenen Ganztagsschule. Der Vater von vier Kindern hat zwei Töchter an der OGS im Dürener Norden angemeldet. „Die Schule bietet ihnen Möglichkeiten, die ich zu Hause gar nicht anbieten könnte“, sagt der voll im Beruf stehende 34-Jährige. Auch für das soziale Lernen sei der Besuch der OGS sehr wichtig, findet er. „Bis 16 Uhr sprechen meine Kinder in der Schule Deutsch. Zu Hause reden wir Türkisch. Meine Kinder sind in beiden Sprachen sehr gut“, sagt Ali Ayhan.

Der Besuch der OGS habe sich positiv auf den Spracherwerb ausgewirkt. Geschadet hätten die längeren Schultage auf keinen Fall. Mehr Unterricht auch am Nachmittag wünscht er sich nicht. „Das ist zu viel für die Kinder in diesem Alter. Sie sollen ruhig nach den Hausaufgaben auch in der OGS spielen. Das gehört doch dazu.“

Einen kleinen Kritikpunkt hat der 34-Jähriger aber dennoch. „Es könnte mehr Personal in der Offenen Ganztagsschule arbeiten“, ist er überzeugt. Eine Vollzeitstelle, zwei Teilzeitstellen und Praktikanten: „Der Personalschlüssel könnte anders aussehen.“

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