Düren - Offene Worte über das Künstlerdasein

Offene Worte über das Künstlerdasein

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Ein kurzw eiliger, manchmal launiger Museumsdialog, jenseits aller Abgehobenheit mit Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann und dem Künstler und Dahlmann- Preisträger Jan Albers. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Einsichten, Einblicke, Erklärungen und die Frage: „Warum müssen Ausstellungswände immer weiß sein?“. Jan Albers, diesjähriger Dahlmann-Preisträger, der zurzeit im Leopold-Hoesch-Museum die Ausstellung „cOmeclOse“ präsentiert, überraschte im „Museumsdialog“ mit offenen Worten über Künstlerdasein, die Entstehung von Arbeiten, berichtete über Scheitern und der nicht nur inneren Freude beim Ausruf „Das ist es!“.

Ursprünglich wollte auch der aus Düren stammende Preisstifter, der Medizinprofessor Nicolaus Dahlmann, an dem Gespräch teilnehmen, war jedoch, so Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann, verhindert. Der Dahlmann-Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

Kurzweiliges Zwiegespräch

Aber auch ohne den Mediziner aus Hamburg entwickelte sich ein kurzweiliges Zwiegespräch, in dem Jan Albers, der 1971 in Wuppertal geboren wurde, in Namibia aufwuchs und nun in Düsseldorf lebt, erdverbundene Auskünfte über Künstler- und Alltagsleben gab. „Ich möchte ein Künstler sein, der etwas in den Topf hinein tut und nicht nur herausholt!“

Als Maler sei er „an der Leinwand gescheitert“, habe das Zeichnen entdeckt, was für ihn in seinem künstlerischen Schaffen so etwas „wie Handbremse lösen“ gewesen sei und er in seiner Entwicklung „Geschwindigkeit“ aufgenommen habe. Bei seinen heutigen Arbeiten sei der Entstehungsprozess für ihn genauso wichtig wie die Präsentation. Und so blieben die Wände im Museum, dort wo seine Werke zu sehen sind, nicht überall weiß.

Strenge Ordnung und ästhetische Pracht lassen so neue Seh-Erlebnisse zu. Doch zu Beginn einer Arbeit steht für Jan Albers „collagieren, zerschlagen, zerstückeln, Chaos stiften, zerschneiden, zerhacken“ um dann in einem zweiten Schritt wieder alles in Ordnung zu bringen, zu reparieren, „das Durcheinander haltbar zu machen“. Zerstörung und physisches Engagement sieht er als Grundkräfte für sein Schaffen an.

Falle für den Besucher

Dinge in Frage stellen, Einfluss nehmen, mitbestimmen was mit der Arbeit geschieht, sich intensiv in Objekt und Raum hinein zu denken, einen Dialog entstehen zu lassen zwischen abstrakter und erlebter Welt, sind wichtige Grundgedanken für den Künstler Jan Albers.

Ausstellungen sind für den 42-jährigen „Versuchsanordnungen, um eine Falle aufzubauen, in der dann der Besucher zappelt.“ Sie sind mehr „als nur einzelne Teile“. Er sieht darin einen „Parcours, der beim Betrachter beim „Austritt“ eine Veränderung der traditionellen Sehgewohnheiten hervorgerufen hat.

Fotoarchiv bleibt im Museum

Interessantes wusste die Museumsleiterin zu berichten. Die Fotos, die Jan Albers zu den Wandreliefobjeketen stellte, aber unabhängig von den Arbeiten aufgenommen wurden und das Interesse des Künstlers an der Komplexität der Welt widerspiegeln, werden dem Leopold-Hoesch-Museum zur Verfügung gestellt.

Die Übergabe des Fotoarchivs von Jan Albers begründe eine kontinuierliche Kooperation zwischen Museum und Künstler, wurde erklärt.

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