„Offene Werkstatt” stellt im Töpfereimuseum Langerwehe aus

Von: ch
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Kleiden „geflügelte Worte” in - so der Titel ihrer Ausstellung im Töpfereimuseum Langerwehe - „geflügelte Bilder”: Angelika Arpe, Sibylle Stollwerk, Gudrun Wittig, Marion Petras, Lydia Reinartz, Sinaida Rohde und Claudia Lawniczak (von links) zeigen Kreativität und Fantasie. Foto: Hahn

Langerwehe. Sie haben keine Mühen gescheut: Tag für Tag, Woche um Woche haben Angelika Arpe, Lydia Reinartz, Claudia Lawniczak, Sinaida Rohde, Marion Petras und Sibylle Stollwerk den Ausstellungsraum im hinteren Teil des Töpfereimuseums Langerwehe gesäubert und nach dem ästhetischen Gesamtkonzept eines weiteren Teammitglieds, der Architektin Gudrun Wittig, in ein wahres Gesamtkunstwerk verwandelt.

Doch keine Mühe ohne Lohn: Scharen von Mitbürgern und anderen Neugierigen fanden am Eröffnungstag den Weg in das Museum am Pastoratsweg. Das ist in gewisser Weise auch das künstlerische Zuhause des kreativen Septetts. Denn die produktiven Frauen formen ihre Kunst - teils solistisch und teils im schöpferischen Austausch miteinander - als Mitglieder der „Offenen Werkstatt” des Hauses.

Einblick in ihre aktuelle Produktion gibt die Ausstellung „Geflügelte Worte - geflügelte Werte”. Besucher der Vernissage reagierten auf die Gemälde, Skulpturen und Objekte mit freundlicher Neugier und herzlicher Zustimmung. Der besonderer Reiz: Die sieben Gestalterinnen der Schau lassen ihrer Fantasie und ihrem künstlerischen Können freies Spiel. Dabei nutzen sie auch Wege, die die Betrachter zum „Um-die-Ecke-Denken” und zur einfühlenden Betrachtungsweise zwingen - Abstraktion etwa oder Surrealismus.

Trotzdem ist diese Welt, wie sie sich in Langerwehe präsentiert, weder unzugänglich noch fremd. Besonders gefallen die Akzente zu Beginn und am Ende des Rundgangs. Sinaida Rohde gibt der Wendung „Aus dem Rahmen gefallen” Form und Gestalt, indem sie Humor und Hintergründigkeit zum Zuge kommen lässt. Dabei spielt Rohde mit dem Bilderfundus der Alten Meister: Sie malt ein Stillleben mit Früchten und Krügen. Doch ei der Daus: Mehrere Krüge sind im wahrsten Sinne aus dem Rahmen gefallen - und auf Augenhöhe des Betrachters zu Scherben zerschellt.

Anrührende Akzente fehlen ebenso wenig: Angelika Arpe, von Hause aus Ärztin, hat psychischen Krankheitszuständen mittels der Keramik Bilder zugedacht. Der Schizophrene wird von Maskenfratzen bedrängt; der Depressive erscheint, tief niedergebeugt, wie von den Bildflächen eingezwängt.

Marion Petras Bilder hingegen bezeugen die Leichtigkeit des Seins: Rosen steigen in den Himmel und tragen zwischen Blütenblättern Frauen zum Firmament - ein Augenblick der Erotik wie der Poesie. Poetisch und lustig wirkt, was die Frauen an das Ende ihrer Präsentation gestellt haben: eine von Ornamenten bewachsene „Schlussleuchte” nämlich.

Weitere Informationen:

Die Ausstellung „Geflügelte Worte - geflügelte Bilder” ist noch bis zum 21. März im Töpfereimuseum Langerwehe (Pastoratsweg 1, Telefon 02423/4446) zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr.
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