Offene Kirchen: Besinnliches mit einem Hauch Club-Atmosphäre

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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In jedem der sieben Gotteshäuser fand während der Nacht der offenen Kirchen ein anderes Programm statt. Zum Auftakt wurden in St. Nikolaus in Rölsdorf beispielsweise meditative Tänze angeboten. Foto: Hahn

Düren. Bisweilen sehr still, manchmal ganz bunt, in sich so verschieden, wie Menschen nun einmal sind: So war sie, die Nacht der offenen Kirchen. Sieben Gotteshäuser, darunter fünf katholische, präsentierten ein abwechslungsreiches Programm, das sich nicht nur an ein gläubig eingestelltes Publikum richtete.

Zum Beispiel St. Nikolaus in Rölsdorf: Zum Auftakt wurden dort meditative Tänze aus Griechenland angeboten. Den Kern der Aktiven bildete die an der Volkshochschule verankerte Gruppe. Doch Hinzugekommene aus dem Ort wurden herzlich zum Mitmachen eingeladen - und zeigten erstaunlich wenig Scheu, sich tatsächlich in die Reihe der Tänzer einzugliedern.

Ebenfalls vor der Innenstadt liegt das Uhledömchen in Distelrath. Das an den alten Turm angebaute neogotische Kirchlein war knackig voll, ringsum war kaum ein Parkplatz zu finden. Mit Sarah Schiffer und ihrem Vater Herb zeigten dort zwei namhafte Künstler der Region Scherenschnitte und gemalte Bilder. Pfarrer Josef Wolff, zu dessen Wirkungsbereich das Uhledömchen gehört, mischte sich unter die Besucher.

Mancher, der mit dem Auto die Bundesstraße 56 hinunter Richtung Stockheim-Zülpich fuhr, dürfte angesichts des Lichterspiels rund um das alte Gemäuer des Muttergotteshäuschens seinen Augen nicht getraut haben. Grün, Rot und andere Farben tauchten, von Scheinwerfern projiziert, die Sakralbauten in ein völlig ungewohntes Licht.

Spannende Alternativen

„Chill out at the chapel” lautete dort die Devise. Bisweilen erklang Techno-Musik, zeitweise auch eine kurze Besinnung über die Lautsprecher-Anlage. Die Atmosphäre mutete modern an und verströmt einen Hauch von Club-Atmosphäre. Trotzdem ging es rund ums Muttergotteshäuschen eindeutig meditativ und fromm zu. Junge Leute plauderten im Freien mit einander. Andere suchten das stumme Gespräch mit dem hier stets verehrten Gnadenbild oder dem in einer Monstranz ausgesetzten Allerheiligsten.

Wohin der Mensch auch während der Kirchen-Nacht strebte: Überall gab es Alternativen. In der Kirche der LVR-Klinik präsentierten Teilnehmer einer Schreibwerkstatt der Kölner Arbeitsstelle „Seelsorge und Begegnung” Texte. Längst nicht jedes Exempel thematisierte religiöse Aspekte - zumindest nicht vordergründig. Im Vergleich damit handelten die „Engelserfahrungen”, von denen in der zentralen Kirche St. Anna zu hören war, viel unmittelbarer von Mächten jenseits des Fassbaren.

In der evangelischen Christuskirche ging alles etwas anders zu. Wie schon am Muttergotteshäuschen, so zog auch dort das flackernde Disco-Licht die Blicke der Passanten in das eher schlicht ausgestattete Gotteshaus. Das Licht indes gab dem Inneren der Christuskirche etwas Magisches.

Abgesehen von den Darbietungen des Jugendchors „Joyful Voices” unter Leitung von Andrea Eich herrschte während der Nacht eine Besinnlichkeit der etwas lauteren Art. Im Mittelpunkt hing Graffiti-Kunst. Rapper waren zur Stelle, mit ihnen eine fulminante Licht-Show. In der Christuskirche wurde die Sprache der Jugend gesprochen.
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