Rölsdorf - Ofenbauer Elino: Verloren gegangenes Vertrauen der Kunden kehrt zurück

Ofenbauer Elino: Verloren gegangenes Vertrauen der Kunden kehrt zurück

Von: Jörg Abels
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Im firmeneigenen Technikum entwickelt Elino im Kundenauftrag neue Prozesse. Foto: Abels
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Auch der Ersatzteil- und Reparatursektor soll ausgebaut werden. Foto: Abels

Rölsdorf. Drei Monate sind seit der Übernahme des Industrieofenbauers Elino durch die Aachener TS Group vergangen. Zeit, die die neuen Geschäftsführer Dr. Guido Quacken und Dr. Stephan Kühne genutzt haben, um das nach zwei Insolvenzen in den vergangenen Jahren angeknackste Vertrauen der weltweiten Kunden in das 1933 gegründete Dürener Traditionsunternehmen zurückzugewinnen.

„Auf das Signal, dass es weitergeht, haben viele Kunden gewartet“, hat Quacken in zahlreichen Gesprächen festgestellt. Der Beleg: Seit der Übernahme haben sich die Auftragsbücher bei Elino wieder gut gefüllt. Anders als die früheren Inhaber aber verfolgt die neue Geschäftsführung einen anderen strategischen Ansatz. Die Devise „Umsatzwachstum um jeden Preis“, die im Frühsommer 2014 mitverantwortlich für die Insolvenz war, weil die Banken den Geldhahn zudrehten, gehört der Vergangenheit an.

Stattdessen will sich die neue Geschäftsführung auf margenkräftige Produkte, insbesondere auf kundenspezifische Neuentwicklungen konzentrieren und das Ersatzteilgeschäft ankurbeln, das bisher für rund ein Drittel des Umsatzes sorgt. Guido Quacken spricht von einem konservativen Geschäftsmodell. Mit der im Zuge der Insolvenz und Übernahme von 137 auf nunmehr 80 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft strebt die neue Geschäftsführung erst einmal einen Jahresumsatz von 12 bis 15 Millionen Euro an. Mittelfristig soll der Umsatz aber auch wieder die Größenordnung früherer Jahre erreichen, das heißt sich verdoppeln. Auch sollen – wenn es die Auftragslage zulässt – wieder Arbeitsplätze geschaffen werden.

Beim angestrebten Wachstumsprozess setzt die neue Geschäftsführung vor allem auf die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter und auf das Know-how, sehr kunden- und lösungsorientiert arbeiten zu können. Trotz Insolvenz und Abwerbungsversuchen der Konkurrenz seien die wichtigsten Mitarbeiter in der Entwicklung und im Vertrieb der Firma treu geblieben, betont Guido Quacken.

Auf der anderen Seite sei der Kostenapparat spürbar gesenkt worden. So wurde die komplette Verwaltung nach Aachen verlegt. Buchhaltung, Einkauf- und Personalsteuerung erfolgen zentral für die gesamte TS-Gruppe, die in verschiedenen Bereichen des Anlagebaus tätig ist, vorwiegend Produkte im Automotive-Bereich entwickelt, aber auch über Erfahrungen im Bereich Thermodynamik und Brennstoffzellentechnik verfügt. Auch beim Vertrieb auf den wichtigen Absatzmärkten Europa, Asien und Südamerika erwartet Guido Quacken Synergieeffekte: „Wir können die bestehenden Vertriebswege von Elino und der TS Group nutzen und gegenseitig voneinander profitieren.“ Gut drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet der Industrieofenbauer im Ausland.

Und auch die Vorfinanzierung der zum Teil mehrere Millionen Euro teuren Industrieöfen ist gesichert. In der Branche sei es üblich, dass 30 Prozent angezahlt werden, der Materialeinsatz aber 50 bis 60 Prozent ausmache, erklärt Guido Quacken. Die Differenz werde über Eigenkapital und Bürgschaftslinien der Hausbanken der TS-Gruppe abgedeckt.

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