Düren - ÖPNV: Keine Alternative zum Kaiserplatz

ÖPNV: Keine Alternative zum Kaiserplatz

Von: Jörg Abels
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Die Busspur trennt den Kaiserplatz vom Marktplatz. Eine Verlegung der Bushaltestellen auf andere Straßen und Plätze der Innenstadt ist laut eines im Rahmen des Masterplan-Prozesses in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens aber nicht empfehlenswert. Foto: Abels
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Stefan Weschke (CDU) sieht sich durch die Aussagen des Verkehrsgutachtens zum Kaiserplatz bestätigt.
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Henner Schmidt (SPD) ist enttäuscht, dass die Busspur nicht verlegt werden kann.

Düren. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt kann seine Enttäuschung nicht verbergen. Der Wegfall der trennenden Busspur hätte aus seiner Sicht zum gestalterischen Befreiungsschlag für Markt und Kaiserplatz werden können. Ein im Rahmen des Masterplan-Prozesses erstelltes Verkehrsgutachten macht Schmidt und der „Ampel“-Koalition einen Strich durch die Rechnung.

Der Gutachter kommt in seinem in der Masterplan-Lenkungsgruppe bereits vorgestellten Papier nach Analyse von zehn innerstädtischen Straßen und Plätzen zu dem Schluss, dass eine Verlagerung der zentralen Bushaltestellen wenig sinnvoll wäre. Knackpunkt seien vor allem die Verkehrsspitzen am Morgen und Mittag, erklärt Schmidt auf Nachfrage, die Zeiten, in denen Hunderte Schüler an- und abfahren.

Ein Großteil der Bushaltestellen könne während Großveranstaltungen wie dem Stadtfest zwar temporär auf die Schenkelstraße verlagert werden, bei einer dauerhaften Nutzung aber würde die Funktionalität der wichtigen Innenstadttangente erheblich beeinträchtigt. Möglich wäre einzig eine Verlagerung an die Schützenstraße, räumt Schmidt ein.

95 Prozent aller Busverbindungen könnten dort untergebracht werden. Allerdings würde dafür neben dem städtischen Parkplatz auch der angrenzende private benötigt, dessen Inhaber bislang alle städtischen Angebote ausgeschlagen hat. Dazu kommt, dass der Masterplan für den Bereich Schützenstraße ein anderes Konzept vorsieht: die Schaffung einer Grünanlage, die den Verlauf der früheren Wallanlage vor der Stadtmauer zeigt, und den Bau attraktiver Wohnungen – dort, wo sich bislang Hinterhäuser befinden.

Eine kleine Hoffnung hat Schmidt noch: Bislang habe der Gutachter immer die Beibehaltung des sogenannten Rendezvous-Systems der DKB vorausgesetzt, das ein nahezu zeitgleiches Eintreffen aller Buslinien beinhaltet und kurze Umsteigezeiten ermöglicht. Dass sich die gutachterlichen Aussagen mit der Aufgabe dieses Systems noch grundlegend ändern, glaubt aber auch Schmidt nicht. Es ist schade, dass wir eine Jahrhundertchance nicht nutzen können“, erklärt der SPD-Fraktionschef und „Ampel“-Sprecher. „Das wäre in der Tat der gestalterische Befreiungsschlag gewesen. Mit dem Erhalt der Busspur wird es deutlich schwerer, die Multifunktionalität des Kaiserplatzes bei der anstehenden Umgestaltung darzustellen.“

Auch wenn sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Thomas Floßdorf, die Verlegung der Busspur nach eigenen Angaben durchaus hätte vorstellen können, reibt sich die Opposition die Hände. Der CDU-Fraktionschef spricht bereits von der nächsten „Bauchlandung“ der „Ampel“, von einer „aus der Hüfte geschossenen Idee ohne Substanz“. Nicht nur, dass das Gutachten zeige, dass die für Busse notwendige Infrastruktur andernorts nicht geschaffen werden könne.

Weschke verweist auch darauf, dass der ÖPNV so attraktiv wie möglich sein müsse. Und das heißt für ihn, die Menschen bis ins Herz der Stadt zu bringen. „Keine Busse, keine Menschen“ ist aus Sicht Weschkes die zentrale Maxime. Die am Kaiserplatz haltenden Busse seien wichtiger Frequenzbringer für die Geschäfte in den umliegenden Straßen. Deshalb ist es aus CDU-Sicht unbedingt erforderlich, den ÖPNV bei der anstehenden Umgestaltung des Kaiserplatzes zu integrieren. „Wir wollen keinen weiteren Platz, der verödet, sondern den Kaiserplatz als zentralen Veranstaltungsort erhalten.

Das Verkehrsgutachten wird in einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag, 5. Juli, um 17 Uhr im Rathaus vorgestellt. Es soll Bestandteil des anstehenden Gestaltungswettbewerbs für Kaiserplatz und Markt werden.

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