Obermaubach - Obermaubacher Seeräuber lassen Willi Ostermann auferstehen

Obermaubacher Seeräuber lassen Willi Ostermann auferstehen

Von: bel
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Johnnie Wegmann unterhielt die
Johnnie Wegmann unterhielt die Gäste im Saal Hassert in Untermaubach mit Ostermann-Liedern. Am Piano begleitete ihn Stefan Kupp. Foto: bel

Obermaubach. Ganz einfach war die Erklärung, die der Vorsitzende und Präsident der Obermaubacher Seeräuber, Alfred Hellner, auf der Bühne des Saals der Gaststätte Hassert in Untermaubach gab: „Wir wollten zu den Kreuzauer Kulturtagen ausnahmsweise kein Tanzmariechen”, sagte Hellner als Veranstalter des Abends. „Wir wollten das Intermezzotheater!”

Die Gäste im Saal akzeptierten diese Begründung und bedankten sich im Laufe des Abends mit viel Applaus, denn das Intermezzotheater mit Johnnie Wegmann, begleitet von Stefan Kupp am Piano, ist eine angesagte Nummer.

Johnnie Wegmann interpretierte Willi Ostermann. „Alle Geschichten, die Ostermann geschrieben hat, sind wahr”, überzeugte der Sänger mit der sonoren Stimme die Männer und Frauen im Saal. „Aber eine davon ist besonders wahr”, fuhr der Interpret geheimnisvoll fort. Mit dieser Aussage machte der Künstler die Hörer neugierig. Und wie lautet die besonders wahre Geschichte?

Einer der sieben Preußenprinzen hatte wohl zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine Liebschaft mit einem Mädchen aus Köln. Das Mädchen schenkte dem Prinzen ein „lebendiges Denkmal”. Die Gegenleistung des Prinzen war eine Villa in Poppelsdorf. Für Liedermacher und Komponisten wie Ostermann ein „gefundenes Fressen”. Ohne die Namen der Beteiligten zu erwähnen - das wäre gefährlich gewesen - schrieb Ostermann das Lied „Jetz hätt die Schmitze Billa en Poppelsdorf en Villa”.

Mit Begeisterung mitsingen

Die meisten Zuhörer im Saal sangen den Refrain mit Begeisterung mit. Ostermann schrieb die Geschichte der Stadt Köln, aber auch Ereignisse im Deutschen Reich. Auf seine Weise, nicht so trocken wie in Schulbüchern. Welcher Rheinländer kennt sie nicht, die seit ewigen Zeiten gesungenen Anekdötchen: „Och, wat wor dat fröher schön”, „Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt”, gefolgt nach der Heimkehr der Frau Schmitz von „Däm Schmitz sing Frau eß wedde do” und „Wä hätt dat vun dr Tant gedaacht”. Besonders verständnisvolles Lachen erntete die „Ballade zu Bickendorf”, wo junge Pärchen aus der Stadt Aufklärungsunterricht durch das Treiben eines aktiven Hahns auf dem Hühnerhof erhalten.

Johnnie Wegmann versuchte eine Begründung für den Erfolg von Willi Ostermann: „Ostermann schrieb Geschichten, die sich tatsächlich zugetragen hatten. Und er schrieb sie in einer Sprache, die zeigt, dass er den Menschen aufs Maul schaute.” Der Erfolg des Intermezzotheaters rührt daher, dass Johnnie Wegmann in die Rolle Ostermanns hineinschlüpft.
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